Mrz 27

Coaraze – Radtrainingslager Teil 1

Wir sind wieder da, und nachdem uns im voraus der ein oder andere beneidet hat, und ich das vor unserer Abfahrt als völlig unbegründet empfunden habe, bin ich jetzt gerne bereit meine Tunneldenken den geänderten Rahmenbedingungen anzupassen und dem kleinen Neid Faktor positiv zu zusprechen. UND WARUM? Zu Recht. 

Ein kurzes Fazit der letzten 10 Tage. Blauer Himmel, Sonnenschein, Traumhafte Landschaft, nette Einheimische, kulinarische Ergüsse vom allerfeinsten, viel Spaß mit klasse Leuten und zum Fahrerischen Vergnügen zwischen 400 und 500 km Strecke bei 6000 bis 8500 Höhenmetern. Und jetzt zu den Details. Hier ist der erste Teil.

Jutta und unser frisch ernannter „McGuyver“ Ocke waren pünktlich am Freitag um 18:30 Uhr bei Chrissie und mir in Flensburg. Kurzes einladen unserer Klamotten und Rennräder in unseren von Autohaus Wilhelmsen organisierten 9-Sitzer und kurz darauf waren wir schon auf der A7 gen Süden. Um Mitternacht ein kurzer Zwischenstop in Oberhausen, Sabine und Peter einladen, den Anhänger ankuppeln und weiter ging unsere Reise. In Oberhausen auf die A3 und weiter Richtung Schweiz. An der Grenze, gleich der erste Kontakt mit den Behörden. „Was haben Sie den in dem Anhänger?“ „Fahrräder! (Ocke) Und schon durften wir weiterfahren. Unsere Route führte uns quer durch die Schweiz, durch den St. Gotthard, vorbei an den Lagos und Comos, Mailand gekratzt und durch die italienische Poebene Richtung Genua. Kurz vor Genua wurden wir dann auch noch durch ein Radrennen auf unser Trainingslager eingestimmt. Gesehen, gestaunt und wieder rein in unser Gespann und weiter.

Je näher die französische Grenze kam, umso beeindruckender und hügeliger wurde die Landschaft. Unsere letzen 150 km (gefühlt) gingen dann abwechselnd bergauf – bergab und von Brücke in Tunnel über. In Nizza verließen wir dann nach guten 20 Stunden die Autobahn um uns in die Ausläufer der französischen Seealpen die letzten 22 km bergaufwärts zu kämpfen. Nach endlosen Serpentinen kamen wir dann nach Coaraze. Blauäugig wie wir waren, folgten wir der Wegbeschreibung zu unserem Haus. Spätestens als der Weg sich auf 2 Meter Breite verengte und das Gefälle auf die 20 % zu ging, hätte uns auffallen müssen, dass es nicht gerade die beste Idee war, unseren schwer beladenen Anhänger hier runter zu quälen. Aber unsere Vorfreude benebelte unseren Verstand für die ein oder andere Sekunde zu lang. Wir wissen zwar nicht wie, aber Ocke manövrierte den Anhänger zum Haus, und da wurde uns bewusst, dass das große Problem der Tag der Abreise wird. Aber in dem Moment, EGAL, wir waren ja erstmal da.

Kurz die Wohnungsübergabe und Einweisung durch unseren sehr freundlichen französischen Vermieter und dann kam ein kleines Glas Cubanischen Landwein als Belohnung zu Genuß. Der Abend endete nach der Auspackaktion und einer raschen Erkundung unseres Dorfes dann doch nach den Strapatzen der Anreise eher früh.

 

 

Sonntag, Tour Nr. 1: Coaraze – Nizza – Monaco – Nizza – Coaraze (ca. 100 km / 1500 Höhenmeter)


Unsere erste Tour startete, nachdem Jutta und Ocke sich bereit erklärten, das morgendliche Baguette zu besorgen (80 Höhenmeter über unserem Haus), mit nem kurzen Radcheck, einer ordentlichen Abfahrtskontrolle, Vollzähligkeit und los ging es bergabwärts. Nach einem Wechselspiel von links nach rechts fanden wir uns 10 km weiter und 450 Meter tiefer in Contes wieder und folgten der Route nach Nizza.

Nizza

Motiviert wie ich war preschte ich durch den 1 Kreisverkehr durch und folgte dem Schild zum Hafen, übersah dabei aber das Fahrradfahren Verboten Schild und fand mich dann auf der Schnellstrasse wieder. Ein kräftiger Pfiff von Peter bremste mich dann doch. Wir sammelten uns dann auf der Auffahrt wieder und kämpften uns dann im Anschluss durch den nizzanischen Verkehrsdschungel zum Hafen weiter, um dort die ein oder andere doch etwas kleingeratene Yacht zu bewundern. Bis hier hin ging es auch stetig bergab. Nach einer kurzen Orientierungsphase fanden wir die Küstenstrasse nach Monaco, und folgten dieser Bergrauf, Bergrunter, Links um den Berg, Rechts raus aus der Bucht, durch kleine Mittelmeerstädte vor einer Wahnsinnskulisse und weiteren Yachthafen. 45 km später, ein kleines Muskelzeigen von Peter als uns 2 Rennradfahrer überholen wollten, erreichten wir Monaco.

Die Floose in Monaco

Kurzes Begutachten der Stadt und Hafen und aufgrund der vorangeschrittenen Zeit machten wir wieder kehrt und folgten dem Weg zurück nach Nizza. Passend zu 15:00 Uhr erreichte wir die Promenade des Anlgais in Nizza wieder. Durch einen Zufall ergatterten wir uns noch 6 Plätze in einem Cafe und machten erstmal ne schöne Mittagspause (bei 26°C). Frisch gestärkt führte uns Ocke durch den Dschungel von Nizza wieder auf unsere Heimroute und hier bekamen wir dann doch zu spüren, dass wie 100 km in den Beinen hatten, und zu dem Zeitpunkt schon 1000 m Bergauf hinter uns hatten. Die letzten 450 m Bergauf waren dann doch etwas qualvoller als bergab, wäre ja auch unlogisch wenn es nicht so wäre. Als wir abends auf unserer Terrasse saßen waren wir dann doch mächtig stolz auf unser geleistetes Tageswerk.

Life is Good

I like

(Fortsetzung folgt)

Mittagspause auf der Promenade des Anglais

8 Kommentare

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  1. Schön geschrieben, Dennis!!! Bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!!!

    Vor allem aber: Schön, dass Ihr wieder gesund da seid!!

    Hans

  2. Am Telefon habe ich eure Freude über die vergangenden Tage schon hören können, der Detailierte Bericht ist beeindruckend und die Bilder laden nur ein auch mal so eine Tour zu machen…..NEID!!! Sehr schön!….MEHR DAVON…Bilder+Geschichten!!!!!!

    • Frank L. on 28. März 2011 at 12:13
    • Antworten

    Wow! Ich bin beeindruckt! Hört sich ja echt fantastisch an.
    Dennis, wann schreibst Du Dein erstes Buch?
    Ich freue mich für Euch und versuche mir den Neid nicht ansehen zu lassen!
    Vorletzte Woche habe ich mit Olli und Piet die Radsaison begonnen:
    30 Kilometer – Temperatur so knapp unter 10 Grad (bibber) – Höhenmeter (?)

    Liebe Grüße
    Frank

    • Jan und Sandra S. aus L. on 28. März 2011 at 16:30
    • Antworten

    Wir befinden uns einen Zwiespalt.
    Sollen wir uns für Euch freuen, dass Ihr eine so tolle Tour hattet, oder sollen wir mit Euch böse sein, dass Ihr uns mit dem Bericht und den Bildern so sehr quält?
    Wenn wir fertig sind mit überlegen gibt es einen Folgekommentar.

    • Stephan on 28. März 2011 at 19:56
    • Antworten

    Man, man, man…! Was seid ihr bloß für Bergziegen! Schwerst beeindruckt von den Bildern und dem Geschriebenen freue ich mich auf die Fortsetzung! Übrigens allein die Fahrt dahin wäre für mich schon eine sportliche Höchstleistung gewesen!

    Bis bald!

    Stephan

    • Jutta und Mc Guyver on 28. März 2011 at 20:32
    • Antworten

    hast du toll geschrieben Dennis und es ist auch wirklich so toll gewesen und wir sind beim nächsten mal auf jeden fall wieder dabei

    • Steffi on 30. März 2011 at 10:08
    • Antworten

    Hey Ihr Lieben!

    Das hört sich toll an und liest sich echt wie ein Roman….
    wann kommt endlich der 2. Teil der Geschichte;-)
    Ich freu mich für euch, dass eine ihr eine so schöne Zeit hattet…hab öfters mal an euch gedacht.
    Bei mir gehts jetzt am Samstag endlich los…auf nach Sardinien…freu freu!!!
    Ich werd ganz sicher nicht soviele Höhenmeter absolvieren, aber ein bisschen Strecke wollte ich auch machen.

    Bis bald…liebe Grüße…Steffi

  3. Es war wirklich eine klasse Woche und es freut mich, dass es Euch gefällt.

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