Mrz 30

Coaraze – Radtrainingslager Teil 2

Es ist mal wieder Zeit, vor allem habe ich gerade in der Werbepause von Grey’s Anatomie ein bisschen Zeit und verstärkt von meiner Angst, dass ich aufgrund der voranschreitenden Zeit viel mehr hinzudichte, als wirklich passiert ist schreibe ich die erste Fortsetzung unserer Reise.

Nachdem wir uns von unserer Coaraze – Nizza – Eze – Monaco und zurück Tour über Nacht ausgiebig erholt hatten, Jutta und Ocke ihr morgendliches Bad in unserem Pool genossen hatten und wir ein reichhaltiges, ordentliches Sportlerfrühstück hatten, ging es in die Tagesplanung für „Tag Nr. 2“. Das Ergebnis bestand darin, dass wir uns in eine Mountainbike

Ocke

und eine Rennradgruppe aufteilten, für den Nachmittag eine Runde Neoschwimmen im Mittelmeer ansetzten und das Training mit einem lockeren Dauerlauf auf der Promenade des Anglaise beendeten wollten. Gesagt getan, die Karte kam auf den Tisch, beide Gruppen führten eine Kartenplanung durch – kurz geschätzt jeweils ne Tour von knappen 30 km, ein paar Höhenmeter für die Mountainbiker, eine relativ flache/schnelle Strecke für die Rennradler, 2 1/2 Stunden – müsste klappen.

Aber auf Kies gefurzt, wie Atze sagen würde. Nachdem Chrissie und Ich im Tal unsere Tour fortsetzen wollten, mussten wir mit erschrecken feststellen, dass unser geplanter Weg zunächst mal bergauf führen würde. Wir entschieden uns trotzdem unsere geplante Route fortzusetzen. Ne Stunde später hatten wir gerade mal 10 km geschafft und waren wieder auf 600+ m angekommen, dafür eine grandiose Aussicht auf unserer Panoramastrasse genosscen. Den ein oder anderen etwas bösen Blick von Chrissie musste ich mir auf dem Weg nach oben gefallen lassen. Ich hätte es ja auch wissen müssen, dass es bergig wird, aber auf einer 2D Karte, darf „Mann“ sich auch mal irren. Die Abfahrt im Anschluss an diesen kraftzerrenden Anstieg war wieder ein echter Genuss. Es ging in unzähligen Serpentinen, durch Wald und Bergkammpassagen wieder ins Tal. Auf Grund der geographischen Gegebenheiten, mussten wir ja auch schließlich ein bisschen Zeit gut machen, um unser Rendezvous mit dem Rest unserer Gruppe noch zu schaffen. Wir waren gerade wieder ne halbe Stunde unterwegs, als Jutta mich auf dem Handy anrief und mir schwer atmend mitteilte, dass Sie noch nicht einmal den ersten Wegpunkt auf ihrer Strecke erreicht hatten. Das nahm schon einmal ein bisschen Druck von uns, und wir genossen unsere weitere Abfahrt durch enge Täler bis wir wieder zu unserem Ausgangspunkt zurückkamen.

Nr. 1

Mittlerweile hatten unsere Mountainbiker die 1100 m Marke gekratzt und hatten eine lange Abfahrt ins landesinnere genossen, ohne sich Gedanken um Verkehr oder sonstige Hindernisse zu machen. Leider führte Sie ihr Weg auch wieder bergauf. Um unseren weiteren Tagesablauf noch einzuhalten, fuhren Chrissie und ich den Vieren mit unserem 8-Sitzer entgegen, um kurz vor Levens, dem grünen Hochtal, wieder einzusammeln. Zu dem Zeitpunkt hatten die Vier die angedachten 30 km bereits um 20 überschritten. So viel zur Kartenerkundung.

Nach einer kurzen Pause und einem halsbrecherischen Wendemanöver auf einer engen Bergstrasse, ging es für uns Sechs dann mit dem Auto nach Nizza. So näher Nizza kam, umso schlummriger wurden wir. Als wir schließlich einen Parkplatz in der Nähe des Strandes hatten, war es dann doch etwas später als erwartet. Unsere Gruppe teilte sich und Peter, Chrissie und ich opferten uns, die Wassertemperatur des Mittelmeeres zu erkunden. Ich kann leider nicht mehr sagen wie lange es gedauert hatte, aber gefühlt war es eine Ewigkeit bis mein Kopf die Wasseroberfläche durchbrach. Die anderen beiden, waren schneller. Chrissie überprüfte ihren neuen Neo auf Fuktionsfähigkeit, befand ihn für gut und machte sich wieder auf den Weg ans Land. Peter und ich schwommen noch ein paar Meter bis zur nächstgelegenen Boje und verließen das Wasser nach ca. 15 Minuten wieder.

Zum Aufwärmen nach der Kälte kam dann der abschließende leichte Dauerlauf über die Promenade und wir machten uns nach einem langen Tag wieder zurück in unsere Hütte. Peter und Ich gaben uns zum Abschluss des Tages nochmal den 10 km Anstieg zu unserem Haus. Nach unserem gemeinsamen Gaumenschmaus durfte Chrissie sich die Tour für den nächsten Tag wünschen. Ein kurzer Blick in den Radführer Antibes – Cannes – St. Tropez; One Way ca. 75 km, Höhenprofil 0 – 100  -0. Das hörte sich entspannend an. Gesagt getan, nach dem Frühstück packten wir unseren 8-Sitzer, um nach Antibes zu fahren. Die Anreise dauerte mit knapp 90 Minuten doch länger als erwartet. Wir stiegen auf unsere Räder und kämpften uns von Antibes nach Cannes. Kämpften war hier der richtige Ausdruck. Richtung Schwung konnten wir aufgrund der Strassenführung und des Verkehrsaufkommens nicht aufnehmen. Hinter Cannes wurde es ruhiger, wieder kurviger und leicht hügliger. Schließlich sollten wir ja von Meereshöhe auf 100 m hoch. Abgelenkt durch die beeindruckende Landschaft, die Häuser, das Meer und die Buchten ließ uns die Zeit und Anstrengung vergessen.

Gekonnt durch die Erfahrungen der letzten Saison, klemmte ich mich ans Ende der Gruppe. Ich wurde durch eine kurze Tempoerhöhung aus meinen Träumen gerissen. Sabine hatte, ein leerstehendes Haus entdeckt, was wir gleich zu unserem neuen Vereinsheim ausriefen. Traumhafte Sicht, tolle sanitäre Anlagen, große und offene Zimmer, ein Grundstück mit guter Verkehrsanbindung auch an öffentliche Verkehrsmittel – einfach perfekt und garantiert günstig. Wir blickten auf die Uhr und mussten feststellen, dass wir gerade mal 30 km geschafft hatten und schon 2 Stunden unterwegs waren. Wir sattelten wieder auf und machten uns wieder auf den Weg. 15 km später erreichte uns der Hunger und wir entschlossen uns noch bis St. Raphael zu fahren, dort Mittag zu machen und den Rückweg wieder anzutreten. In St. Raphael erleichterten Ocke und ich den erstbesten Supermarkt von seiner Käse, Wurst und Baguette Vielfalt und wir genossen die schöne Atmosphäre des Hafens. Gestärkt machten wir uns wieder auf den Rückweg. Ich konnte es mir nicht verkneifen Peter unsere bereits zurückgelegten Höhenmeter zu zuflüstern. Es waren 500. Um die anderen nicht zu schocken, behielten wir das bis zur Ankunft am Auto für uns. Die Rücktour ging dann etwas zügiger und wir umfuhren die Innenstadt von Cannes und kamen wieder nach Antibes. Jetzt fing das Chaos an, wir hatten uns zwar grob gemerkt, wo unser Auto stand, jedoch nicht auf die Strassenschilder geachtet, die uns dahin führen würden. Somit irrten wir durch den Vorort von Antibes. Nachdem wir nicht mehr weiter wussten erkundeten Ocke und ich die mögliche Richtungen zurück. Mc Ocke Guyver hatte mal wieder den richtigen Riecher, und nach dem ich planlos umher fuhr, fand er die richtige Strasse. Wir sammelten uns wieder und Ocke führte und durch die Gassen wieder zum Auto zurück.

Wir füllten unsere Lebensmittel mit regionalen Köstlichkeiten wieder auf  und schlemmten in den Abend mit Käse, Wurst und französischen Brot hinein.

(Fortsetzung folgt)

4 Kommentare

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    • Marzi & Tim on 31. März 2011 at 14:42
    • Antworten

    Das ist echt der Hammer….ich weiß nicht ob ich noch mehr von eurem TRAUMURLAUB ROMAN lesen will….aber ich tauche richtig ab in euer Welt…toll….mehr…DENNIS!!!!

  1. Hallo Dennis,
    es macht Spaß den Bericht zu lesen, Jeder der das liest wird neidisch werden!!.Ich denke, dass wir das Ding mit dem Vereinsheim mal ins Auge fassen sollten!!

    Hans

    • Jan und Sandra S. aus L. on 31. März 2011 at 21:57
    • Antworten

    Na toll, jetzt haben wir fast den ersten Bericht verdaut und wollten uns entsprechend äußern……und Zack…. der nächste Tiefschlag sitzt auch wieder.

    Also überlegen wir weiter…….

    Mal sehen ob wir uns rechtzeitig vor Teil 3 erholt haben.

    Aber Deinen Beruf hast Du definitiv verfehlt, Dennis. Du hättest Schriftsteller werden sollen. Hast Du schon mehr Reiseberichte geschrieben? Unter welcher Nummer kann man die bestellen?

  2. Vielen Dank für die Komplimente, ich gebe mir Mühe 😉 Aber wenn Ihr so weiter macht, errötet meine Scham das Schwimmbad am Montag.

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