Apr 06

Coaraze – Radtrainingslager Teil 3

Die Zeit die rennt, und wer mich kennt,

Coaraze im Hintergrund

die nächsten Events kommen, von denen bin auch ich eingenommen,
also nutze ich meine Zeit die frei, und schreibe den erwarteten Teil drei.

Mittwoch war der Ruhetag, zumindest Radeln hatten die meisten satt. Sabine und Peter brachen nach dem Frühstück auf um die Gegend zu Fuß zu erkunden, Ocke, Jutta, Chrissie und ich entschieden uns für die bequeme Variante am Pool und genossen die Sonne. Die Zeit verlief, es wurde wärmer, die Kleidung weniger und die Hummeln erwischten Ocke und mich.

Wie Männer halt sind, mußten wir uns beschäftigen. Der Plan für den Nachmittag stand, und Ocke opferte sich freiwillig für die Verpflegungsfahrt zum nächsten Supermarkt, der sich ja nur 13 km bergab befand. Mein Rad kuckte mich auch schon ganz traurig an, also erbarmte ich mich, es noch ein bisschen bergauf und bergab zu quälen. Die Summe unseres vormittags war dann vom Erfolg eher durchwachsen.
Peter und Sabine waren erfolgreich beim finden von Schluchten, Wasserfällen und Crosstrails. Jutta und Chrissie hatten ordentlich Farbe getankt, ich hatte den ein oder anderen Höhenmeter gewonnen und Ocke kam ohne Grillgut zurück. In Frankreich ticken die Uhren halt anders, und in den Geschäften wird von 12:00 bis 15:00 Uhr eine ausreichende Mittagspause gemacht, wenn sie überhaupt noch einmal aufmachen. Von Sabine’s Motivation getrieben gingen wir gemeinsam auf Wanderschaft. Und einmal nicht aufgepasst war, Sie dann auch in der nächsten Schlucht verschwunden, und machte sich auch gleich daran, in den Wänden einen Weg nach unten zu finden. Zurück ging es dann über eine Crosslaufstrecke, stetig bergauf über Geröll und Gestein, und wir sammelten auf dem Rückweg noch ein bisschen Brennholz ein.
Jutta ließ sich von mir noch zum Radeln überreden und Ocke brach zum zweiten Versuch auf, um abends dann unsere hungrigen Mäuler zu füttern. Diesmal war er auf erfolgreicher und wir konnten unseren Ruhetag mit einem ordentlichen Grillabend auf unserer schönen Terrasse ausklingen lassen. Und bevor ich es vergesse, muss ich hier auch noch einmal schnell erwähnen, dass ich in der Woche viel gelernt habe, unter anderem das Meiern, was ich zu meiner Schande gestehen musste in meiner 10 jährigen Exilzeit im Norden nicht geschafft hatte.

Der vierte Tag war Jutta’s Tag, es wurde früh aufgestanden, denn großes war geplant. Die Mountainbiketour von Tag 2 stand auf dem Plan, nur sollte es diesmal die ganze Runde sein. Bergauf ging es erstmal, immer weiter. Das erste Ziel der Etappe war dann auch nach ca. 12 km erreicht und der Blick auf meinen Tacho verriet mir, dass wir die 1100 m geknackt hatten. Die Aussicht war in alle Richtungen sehr beeindruckend, nach Süden Meer und nach Norden der ein oder andere weißbedeckte Gipfel der französischen Seealpen. Die nächste Stunde ging es dann nur Bergab, und wie auch schon am Tag Nummer 2, war auch heute kein Auto auf dieser Strecke mit dabei. Unsere Route führte uns über eine kleine Strasse in das nächste Haupttal, und wir folgten der gut ausgebauten Hauptstrasse wieder zurück in Richtung Nizza. Mit knappen 60 km/h rasten wir durch Tunnel und Tal bergab. An der nächsten Gabelung ging es dann wieder bergauf und in einer sonnigen Kurve überfiel uns der Hunger. Wir machten aus unserer Sicht erstmal verdient Brotzeit. Frisch gestärkt ging es dann weiter Bergauf Richtung Levens, einem grünen Hochtal auf ca. 600  m. Nach kurzer Rast ging es dann ein letztes mal locker bergab, bevor wir auf den vorletzten Anstieg des Tages angehen mussten. Auf 4 km von 350 m auf 700 m hinauf, und alles um sich dann auf den nächsten 4 km wieder in das auf 140 m gelegene Contes herunter gleiten zu lassen. Ocke und Peter lieferten sich ein Kopf an Kopf rennen, aber unser McGuyver fuhr Kampflinie, ließ Peter auf der engen Strasse keinen Platz und überquerte als erster die imaginäre Ziellinie. Wir sammelten uns und gingen dann den letzten Anstieg zurück zum Haus an. Das Fazit dieser Tour, es war recht einsam und super schön, wir planten gute 10 Stunden ein und waren nach 7 bereits zurück, wir legten 85 km zurück und machten ’ne Punktlandung bei 2000 Höhenmeter.

Sabine war immer noch motiviert und wollte unbedingt noch einmal los in ihre Stammschlucht. Wir kämpften uns zum Fluss hinab, kletterten parallel längs bis es auf unserer Seite nicht mehr weiterging und standen vor der Entscheidung eine Brücke aus Steinen zu bauen oder durch das Wasser zu waten. Wir entschieden uns für beides, während Peter und ich aus Steinen die Brücke errichteten, zog sich Sabine die Schuhe und Socken aus. Auf der anderen Seite waren wir dann zur gleichen Zeit, und folgten dem Weg dann noch 50 m bis er wieder endete. Wir entschieden uns die Schlucht nach oben wieder zu verlassen und kletterten in perfekt abgestimmter Teamarbeit wieder nach oben. Auf dem Rückweg zum Haus sammelten wir dann noch ordentlich Holz, doch Fotos von diesem kleinen Abenteuer zu dritt machten wir dann leider keine.

(der letzte Teil folgt …)

2 Kommentare

    • Marzi & Tim on 7. April 2011 at 08:27
    • Antworten

    Geilomat…..super tolles Tagebuch…immer noch.
    Wir sind auch gestern mit Jette eine kleine Runde Rad gefahren…sie hat es jetzt gelernt und ich bin schmerzfrei gefahren. Das bedeutet, wir drei können auch dieses Jahr aufbrechen auf Touren…. 🙂 die werden aber dann wohl anderes aussehen als eure! 😉
    LG Marzi&Tim

  1. Das liest sich total super!!! Hast Du die Bilder während der Fahrt geschossen???? Oh Oh Oh!! aber spitze!!!! Den Bericht zu lesen macht Lust auf Urlaub!!

    Hans

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