Apr 19

Einmal durch die grüne Hölle und zurück!

So lautete das Motto des diesjährigen Fisherman´s Friend Strongmanrun. Zum Glück war es für mich und Kerrin nicht die Hölle aber eine Herausforderung auf jeden Fall und das sollte es ja auch sein.

Direkt nach der Arbeit machten wir uns am Samstagnachmittag auf den Weg zum Nürburgring um am weltgrößten Hindernislauf teilzunehmen. Nach strammen 700km kamen wir an der weltbekannten Rennstrecke an und checkten auf dem dazugehörigen Campingplatz ein und richteten unseren Schlafplatz im Kombi eines Freundes her. Dann ging es zur Pastaparty auf der Kommerzmeile direkt an der Rennstrecke. Leider war die Logistik etwas ins straucheln geraten und kam mit den Nudeln nicht mehr hinterher. Da wir zu hungrig waren ließen wir dann auch die eigentliche Party sausen obwohl man durch die geöffneten Türen an denen die Leute Schlange standen die Stimmung förmlich spüren konnte.
Unser Tapering fand dann an der Grillbude des Ballermann Eventzeltes statt. Mies aber immerhin was im Bauch. Satt und erschöpft konnten wir dann auch bald ins Reich der Träume überwechseln so dass wir den Sonntag frisch und ausgeschlafen beginnen konnten.

Der gut gefüllte aber nicht übervolle Campingplatz, der übrigens locker so groß wie Achtrup ist, roch morgens nahezu nach Adrenalin. Jeder, der schon mal an einem großen Wettkampf teilgenommen hat kennt diese geile Stimmung die in der Luft liegt. Die Vorfreude wuchs und ließ der Aufregung gar keinen Platz.
Nach dem Frühstück machten wir uns startklar und gingen Richtung Start und Ziel, welches genau da war wo auch die Formel 1 Wagen die Zielflagge zu sehen bekommen. Die Freude stieg immer weiter. Nach einer kurzen Begehung der Händlermeile und einem Blick auf die für Privatpersonen freigegebenen Nordschleife gaben wir unsere Zielbeutel ab und begaben uns zum Start!
Genauso kurz wie ich es hier immer schreibe waren auch überall die Wartezeiten. Man muss dem Veranstalter ein riesen Lob aussprechen. Der Ort konnte nicht besser gewählt sein. Kurze Wege und genügend Platz für die Logistik von immerhin fast 10000 Startern. Die Zuschauerzahl wurde vom Veranstalter auf 50000 geschätzt und nirgends wurde es eng! Bis jetzt!

Bei der Startaufstellung wurde dann langsam deutlich was gleich abgeht. Gewohnt bescheiden stellten wir uns in die Mitte des Starterfeldes. Die Moderatoren heizten das Feld an und es war Volksfeststimmung. Aber noch keine Aufregung. Dann der Countdown und zack war es da dieses Kribbeln. Dann der Startschuss! Es geht los! Dachten wir. Erstmal passierte nichts, Dann langsam bewegte sich das Feld und nach 5min passierten wir dann tatsächlich die Startlinie. Wie gesagt, wir waren in der Mitte des Feldes. Wer hinten war hatte wohl schon die ersten zehn Minuten auf der Uhr bevor es wirklich losging.
Dann endlich auf der Rennstrecke ging es über Asphalt zum ersten Hindernis. Jedenfalls musste es irgendwo sein denn die Massen stoppten wieder und nach FÜNFZEHN Minuten war es dann soweit. Wir überwanden das erste Hindernis. Einen Wechsel aus Reifenstapel und Strohbunden. Jetzt hatte der Lauf für uns wirklich begonnen. Durchs Kiesbett und die Tribünentreppe ging es raus in die „Wildnis“ der Vulkaneifel und über diverse Hindernisse. Steile Abhänge rauf, steile Abhänge runter, Wasserrutschen, Wasserlöcher Erd und Schotterhügel. Als in allem anspruchsvoll aber noch nicht die Grenze. Mein größter Gegner war das viele bergab laufen, da meine Knie nach all ihrem Leid nicht mehr so begeistert von solcher Belastung sind. Kerrins größter Gegner war das Gegenteil. Bergauf zwangen ihre Beine sie hin und wieder zum gehen.
Dann das vermeintlich schwerste Hindernis für Kerrin. Nur mit Armkraft über einen Abgrund hangeln. Aber während um sie herum reihenweise Männer und Frauen in das mit Stroh gefüllte Loch fielen überwand sie das Hindernis mit guter Technik und reichlich Power in beiden Runden.

Die schwierigsten Hinernisse waren vier Hürden aus Strohbunden an einer Steigung, welche man ohne Hilfe nur mit größter Mühe oder gar nicht überwinden konnte, eine Kriechpassage im Kiesbett und dann unser Waterloo! Eine mit Schlamm gefüllte Grube die uns die Schuhe von den Füssen zog als hätten wir sie nicht geschnürt. Kerrins war so weit weg, dass sie ihn alleine nicht herausbekam. Mit provisorisch gereinigten Socken und Füssen ging es dann mit einem Kilo Schlamm pro Fuß weiter über einen mindestens sechs Meter hohen Strohbundberg über die Rennstrecke Richtung Zielgerade.

Als wir nach zehn Kilometern in Runde zwei gingen waren die Cracks schon geduscht. Bei uns standen 2h16min Zwischenzeit gegenüber der sagenhaften Siegerzeit von 1h21min für beide Runden. Das konnten wir nicht auf uns sitzen lassen und zogen das Tempo an. Trotz einiger Gehpassagen und Landschaftsfotos absolvierten wir die zweite Runde 45min schneller als die erste und kamen nach 20km und 3h42min überglücklich ins Ziel.

Medaille um, Bierchen schlürfen, Finishershirt abholen, kurz Stimmung genießen, duschen und dann ab nach Hause.

Ein strapaziöses Wochenende mit reichlich Autobahnkilometern und 20km Crosslauf ging für uns in der Nacht zu Montag um 0100Uhr zu Ende!

Aber aller Aufwand hat sich gelohnt, denn wir sind einmal durch die grüne Hölle und zurück…….und es war geil!

Strongwoman und Strongman Kerrin und Coco

4 Kommentare

Zum Kommentar-Formular springen

    • Marzi&Tim on 20. April 2011 at 06:55
    • Antworten

    HAMMER – HAMMER – HAMMER GEIL…Wahnsinn, was ihr da hinter euch habt, welch Leistung und welch ein super toller Bericht! Sind sprachlos und neidisch! Ziehen den Hut und denken: das wollen wir auch mal! 🙂 Das wäre doch mal ein tolles Vereinsevent und die Steigerung vom SURVIVAL RUN!
    Habt ihr zwei tolle gemacht, könnt echt stolz sein und sind gespannt auf die Live Reportage am Freitag….bis dahin…Marzi&Tim (ein bisschen angst haben wir ja nun vor euch Strongman/woman) 😉

    • Jan, Sandra und Haye S. aus L. on 20. April 2011 at 18:59
    • Antworten

    Einfach irre, der Bericht und Euer Livebericht vom Montag lassen erahnen was wir anderen verpasst haben. Schön für Euch, schade für uns. Im Vergleich zum Survivalrun war das doch mal eine echte Herausforderung, und Ihr habt überlebt. Echt stark. Herzlichen Glückwunsch zu der Leistung, wir wären gerne dabei gewesen.

    Wir freuen uns auf weitere Berichte und hoffentlich viele weitere Bilder am Freitag.

    Jan, Sandra und Haye

  1. Kerrin und Coco,

    Irre, das Ding ohne spezielles Training mit so einem geilen Ergebnis durchzuziehen ist eine wahnsinns Leistung. Ich bin mal mit einem gelaufen, der hat sich ein halbes Jahr auf diesen Wettkampf vorbereitet. Wahnsinn!! Ihr seid Helden , Stronghelden!!
    Coco, super geschrieben!!! schön!!! Es macht Spaß es zu lesen. Auch geile Bilder!!

    Hans

  2. Willkommen im Kreis der Strongman-Finisher!
    Mit einem Krippeln habe ich euren Bericht gelesen, da ich letztes Jahr (in Weeze) dabei war.
    Für mich ein Erlebnis, von dem ich noch lange zehren werde!
    Herzlichen Glückwunsch zum Finish!
    Euer Bericht – super geschrieben!
    Eigentlich müssten die Beiträge dieser Homepage in der Triathlon oder Runners veröffentlicht werden, gell?
    Ein Floose zu sein ist schon geil!

    Liebe Grüße,
    Frank

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.