Vierlanden Triathlon 2011

Sonntag morgen 04:00Uhr! Der Wecker klingelt! Ich bin sofort wach und frage mich sofort ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Der Wecker klingelt, weil ich nach Hamburg zum Vierlanden Triathlon möchte. Noch alle Tassen im Schrank, weil ich nur als Helfer und Fan hinfahre! Kerrin startet beim Jedermann mit einem Teilnehmerfeld auf gehobenerem Niveau. Das lasse ich mir doch nicht entgehen.

Als wir beide uns dann um 05:00Uhr mit Peggy und Veit treffen geht es schon wieder etwas! Geteilter Wahnsinn ist halber Wahnsinn würde ich sagen.

In Hamburg angekommen parken wir unsere Autos hinterm Elbdeich und gehen nach kurzem Materialcheck zur Startunterlagenausgabe und Kerrin checkt schon mal in der Wechselzone ein. Diese ist schon gut bis sehr gut gefüllt. Was ja auch kein Wunder ist bei über 770 Startern verteilt auf die Sprintdistanz, olympische Distanz und auf die Mitteldistanz.

Mit dem Gelände brauchen wir uns nicht mehr vertraut machen, da Streckenführung und Aufbau des Geländes nahezu unverändert waren und Kerrin 2010 und Veit 2009 und 2010 bereits dort gestartet sind.

Um 0815Uhr ist dann die Wettkampfbesprechung für Kerrin und um 0830Uhr der Startschuss. Sie ist als eine der wenigen die nur im Einteiler schwimmen sehr gut auszumachen und ich habe sie die ganze zeit über im Auge. Sie sortiert sich früh vorne ein und bleibt es auch. Als fünftes Mädel kommt sie aus dem Wasser und fetzt zur Wechselzone. Da die Wege für die Zuschauer schön kurz sind schaffe ich es vor ihr am Ausgang der Wechselzone zu sein.

Sie wechselt schnell und steigt gut gelaunt aufs Rad. Doch das sollte sich schnell ändern. Nach 20Metern bleibt sie stehen und ruft mir etwas zu. Ich weiß sofort Bescheid! Plattfuß Ich weiß auch gleich warum. Beim aufpumpen der Reifen vor dem Rennen ist beim Hinterrad das Gewinde aus dem Ventil abgebrochen. Scheiße, das gibt Ärger! Ich sprinte zu ihr hin und checke das Hinterrad. Alles in Ordnung! Fragezeichen im Gesicht! „Nein nein, vorne“ sagt Kerrin und Tatsache: Der Reifen ist komplett platt! Hier bleibt jetzt eine Frage offen die wir nie werden klären können. Warum platt? Und warum in aller Welt fehlte das Plastikhütchen auf dem Ventil? Egal, werden wir nie raus finden ob das irgendein ****** gemacht hat oder ich es vergessen habe. Jetzt hieß es handeln denn Kerrin und ich sind nicht die Typen, die 200km zu einem Wettkampf fahren und dann wegen einem Plattfuß aufgeben. Auch wenn es nur ein Sprint ist.

Ich renne in Richtung unseres Autos um die Pumpe zu holen, Peggy hat Veit schon alarmiert, der noch am Auto war. Der rennt den Deich hoch und wirft mir über zehn Meter seine Standpumpe zu! Beim fangen merke ich, dass diese aus Metall ist. Ein Glück ich habe sie gefangen! Geile Aktion Veit!

Nichts wie hin zu Kerrin! Ich will gerade den Reifen aufpumpen da kommt ein Kampfrichter! Wenn Kerrin weiterfahren will soll sie das Fahrrad selber wieder fit machen. So sind die Regeln! Leider ist Kerrin so zitterig, das sie beim Versuch den Reifen aufzupumpen den Schlauch mit dem Ventil kaputt macht. Das war´s! Feierabend. Erstmal hinsetzen und Hände ins Gesicht! Doch momentmal. Hatten wir nicht gesagt wir lassen uns nicht unterkriegen? Der Kampfrichter hatte sich mittlerweile verzogen und so ging ich mit dem ausgebauten Vorderrad zum Auto und zog einen neuen Schlauch ein. Luft rein und Vorderrad eingebaut. Mit über zwanzig Minuten verlorener Zeit ging Kerrin dann wieder das Rennen an. Nicht ganz regelkonform aber sie wollte wenigstens finishen. Das tat sie dann auch.

Nach problemfreien 20Kilometern auf einer geraden Deichstraße ging sie auf die Laufstrecke. Ein Sandweg am Ufer des Oortkatener See´s, in dem auch geschwommen wurde. Bei 33° und absoluter Flaute lief sie dann auch noch die 5km locker durch und kam lachend ins Ziel. Es gab leider keine Medaille aber immerhin ein Multifunktionstuch.

Und, man mag es kaum glauben aber Kerrin ist nicht letzte geworden und in ihrer Altersklasse sogar dritte! Hammer! Herzlichen Glückwunsch zu dieser Charakterleistung! Darauf kann sie echt stolz sein!

Nach einer kleinen Pause im See und Stärkung ging es dann daran Veit und alle anderen bekannten Gesichter zu unterstützen.

Veit legte eine super Schwimmzeit hin, radelte konstant seine Kilometer runter und machte beim laufen einen lockeren Eindruck und kam souverän als fünfte Frau ins Ziel! Häh, wie bitte? Ja, so steht es in den Ergebnissen. Muss irgendwie der Wurm drin sein. Die ein oder andere Zeit haut  bei einigen Athleten überhaupt nicht hin. Aber darum ging es ja zum Glück nicht. Für Veit war es Training und das hat er souverän absolviert. Fast schon erschreckend wie er so einen Wettkampf abspult in einem Tempo, bei dem ich Kammerflimmern bekäme. Hut ab!

Weitere Bekannte waren Michael Andresen (HSV), der olympisch 70ter wurde, Sebastian Schluricke und Torben Benecke (beide Trias) die sich ein geiles Rennen lieferten und elfter in der Regionalliga wurden mit ihrer Mannschaft. In der Einzelwertung wurde Sebi 30ter und Torben 44ter. Des weiteren war David Gehb am Start. Vielen bekannt als Willi Petersen Bezwinger beim Ladelund Triathlon! Eine echte Maschine. Er wurde 16ter in der Einzelwertung und landete mit seinem starken Team Gelting Radshop Brunner auf Platz 7.

Als Zuschauer traf ich Thomas Delfs vom TSV Ladelund, der eine kleine Lernpause von seinem Studium in Hamburg eingelegt hatte und sich das Spektakel einmal ansehen wollte.

Nach dem Wettkampf trafen wir uns dann mit einigen Triabolos (auch ein geiler Verein www.triabolos.de) und Anhängern zum abschließenden Grillen am Ufer des Sees, was einen perfekten Abschluss eines schönen Tages bildete.

Zum Schluss nun ein Fazit: Es war Kerrins zweiter Start und zweimal ging was schief (letztes Jahr Eingang Zielbereich verpasst und 4Plätze verloren). Daher wird sie nächstes Jahr ganz sicher wieder starten und dann richtig einen raus hauen.

 

Ganz ehrlich, diese Veranstaltung ist es auch wert hinzufahren. Alles ist sehr nah beieinander und sowohl See als auch Lauf und Radstrecke sind in einem guten Zustand. Sodass sowohl Athleten, als auch Zuschauer und Betreuer einen schönen Tag erleben können. Klar gibt es auch etwas zu meckern bei so einer riesen Veranstaltung aber das gehört dazu und vom letzten zu diesem Jahr sind auch schon Verbesserungen zu erkennen gewesen und ich denke nächstes Jahr wird es nochmal besser!

Liebe Triathleten und Triathlonbegeisterten. Nehmt diesen Wettkampf in euren Kalender auf. Ich werde es auch tun!

 

4 Kommentare

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  1. Super geschrieben, Coco!!! Macht echt Spaß beim Lesen!! Ihr habt es trotz allen Unwegsamkeiten sehr sehr gut gemacht!!! Glückwunsch Euch Kämpfern!!!…..Vielleicht hat man die Bilder von Deinem Geburtstag gesehen, Veit …Du weißt was ich meine und die Hauptsache ist, dass es Spaß gemacht hat!

    Gruß Hans

    • Jan, Sandra und Haye S. aus L. on 7. Juni 2011 at 18:35
    • Antworten

    Toller Bericht und tolle Leistung von Kerrin und Veit. Aber die Sachen mit den Reifen und der Geschlechtsbestimmung müsst Ihr noch mal üben***grins***.
    So langsam bekommen wir auch Geschmack mal bei dem Event zu starten..

    LG Jan, Sandra und Haye

  2. Hamburger Heimvorteil:
    Mein Wecker klingelte erst um 5:00 als ich mich sofort fragte ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Schön wenn dann im selben Moment von meinem Bruder eine SMS mit dem Inhalt: Wir fahren jetzt los! Bis gleich nachher… kommt! Geschwisterlich geteiltes Leid tut fast gar nicht mehr weh. So saß ich um 6:15 auf meinem Rad um die 25 km zum See zu radeln.

    Es war ein wunderschöner Tag mit Euch!

    p.s. In 2010 wurde Veit bereits 9. Frau auf der Sprintdistanz.. Ich erinnere mich noch, warum das so war, und erzähl Euch die Anekdote beim nächsten Treffen!

  3. Mensch Coco,
    da hast Du ja eine tolle Abendlektüre geschrieben!

    Kerrin:
    Einfach klasse, wie du solche Pannen meisterst!
    Das nenne ich echten Sportsgeist!
    Herzlichen Glückwunsch zum Finish!

    Veit:
    Herzlichen Glückwunsch an unsere recht männliche Frau!
    Nächstes Jahr aber mit Langhaarperücke, oder?

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