Aus einer anderen Sicht

Wie bereits erwähnt, ist der externe Druck, einen Artikel über den Dextro Energy Triathlon zu schreiben, dann doch motivierend genug gewesen mich mal wieder dem schreiben zu widmen. Auch wenn Frank mir dann zum Thema Olympische Distanz des Jedermann Rennens mit den Ergebnissen der Floose zuvorgekommen ist, habe ich vielleicht doch noch das ein oder andere Interessante zu berichten.

Und zwar, wie es sich anfühlt einen Triathlon von der anderen Seite zu erleben, als Zuschauer. Um es vorweg zunehmen, es war verdammt anstrengend. Wie Frank bereits erwähnt hat, gingen die ersten AGEGROUPER um kurz vor sieben Uhr ins Wasser, und starten pünktlich die Alster zu durchpflügen. Zu dem Zeitpunkt lagen wir noch gemütlich in unserem Domizil auf dem Hamburger Wohnmobil Parkplatz. Schön, dass Chrissie ihre Startzeit erst um 10:00 Uhr hatte, welches ich, als die Hamburger S-Bahn uns dann um 07:30 Uhr durch das zarte Vibrieren auf der Trasse über unserem Stellplatz passierte, umso mehr zu schätzen wußte. Zu diesem Zeitpunkt war der ein oder andere Athlet / Athletin des MTV Leck bereits aus dem Wasser. Nach einem knappen Frühstück konnte man Chrissies steigende Aufregung doch etwas spüren. Das erste Mal bei einer so großen Veranstaltung ist schon etwas anderes.

Nach meiner Erfahrung vom letzten Jahr musste ich persönlich diesen Massenanlauf nicht mehr haben. Während unsere letzten Vorbereitungen blickten Udo P. und Michael N. dann auch noch einmal spontan bei unserem sporadischen Frühstücksplatz herein. Beide hatten auch noch etwas Luft, da sie auch eine der späteren Startzeiten hatten. Chrissie und ich packten unsere Sachen zusammen, und um ihre Aufregung etwas zu bändigen machten wir uns dann auf dem Weg Richtung Jungfernstieg. Wir radelten die 3 km locker durch die Stadt und waren überpünktlich am Check-In der Wechselzone. Aufgrund der mangelnden Transportkapazität und der Wahl der Urlaubsroute hatte ich nur mein Triathlon Rad dabei, und stand somit mehr oder weniger aufgebrezelt am Eingang der Wechselzone. Hier wurde ich dann auch sehr schnell auf meinen bevorstehenden Start und meine Vorstellung meiner persönlichen Rennstrategie angesprochen. Mein Gesprächspartner schaute mich dann doch sehr sparsam an, dass meine Strategie wirklich nur das reine Zuschauen und Unterstützen am heutigen Tage sei. Chrissie erlöste mich dann doch sehr schnell und wir machten uns auf dem Weg zum Schwimmstart. Kurz vorher trafen wir noch Olli K. der sich zur Beruhigung noch eine schöne große Brezel rein pfiff. Chrissie verabschiedete sich dann pünktlich um 09:40 um sich ihrer Schwimmgruppe anzuschließen. Ich entschied mich mich dann für ein zweites Frühstück in der Team Erdinger Alkoholfrei Lounge. Auf dem Weg dort hin kam mir dann ein weiterer Nord-Athlet entgegen, Thorben B. von den TriAs. Ich saß gerade beim Frühstück, durfte wieder mit dem ein oder anderen über meine baldige Startzeit philosophieren, als Coco und Kerrin sich bei mir meldeten. Wir trafen uns draußen und ich hörte noch einmal die Heldenstorys des Vortages. Zu dem Zeitpunkt war Chrissie schon auf dem Weg zu Kennedy-Brücke. Kurze Zeit später, ein Blick auf die Uhr, 25 Minuten und so langsam wurde es Zeit das sie die Reesendammbrücke unterquerte. Und so war es dann auch, sie passierte den ersten Kontrollpunkt. Und jetzt ging für mich der anstrengende Teil los. Ich machte mich auf dem Weg zum Zubringer zwischen Schwimmausstieg und Wechselzone um Chrissie ein paar aufmunternde Worte mit auf dem Weg zu geben. Sie ging in die Wechselzone und ich radelte schnell um die Binnenalster herum, um Sie dann noch einmal am Ausgang zu bejubeln. Nachdem Sie vorbei fuhr radelte ich los, den 1er Ring längs, am Heiligengeistfeld vorbei und parallel zur Radstrecke über die Hamburger Reeperbahn (ich glaube es gibt sie auch nur in Hamburg) und dann suchte ich mir einen schönen Platz am Anfang der Elbchaussee. Dort musste ich auch nicht lange warten bis Chrissie mit einem lockeren Tritt den Anstieg meisterte. Ich radelte wieder ein bisschen parallel zur Strecke und nutzte die Zeit um noch ein paar Berganstiege zu fahren. Ich rechnete neben bei den Rest der Strecke nach und machet mich auf zu meinem nächsten Besichtigungspunkt, die Abfahrt an der Bergstraße. Dort angekommen hat ich dann ein kleines Intermezzo mit einem Hamburger Ordnungskämpfer, den ich dann doch überzeugt bekommen hatte, dass ich nur zuschaue und nicht mit meinem Rad auf die Strecke will bzw. ein Starter des Triathlons bin, der sich vielleicht auf diesem Weg einen unfairen Vorteil verschaffen wollte. Ich stand hier ein paar Minuten und wurde schon etwas unsicher Chrissie vielleicht doch durch mein Bergfahren verpasst zu haben. Ich machte mich angesichts der Tatsache, dass ich den Bus noch vom Wohnmobil Parkplatz abholen musste so langsam doch auf den Weg weiter Richtung Osten. Auf der Radstrecke überholte mich dann Torben und in dem Moment wußte ich, dass Chrissie doch noch kommen musste. Kurze Zeit später fuhr sie dann lächelnd an mir vorbei und machte sich auf den Weg zum Wendepunkt. Ich überquerte die Strasse und sah sie dann noch beim Beginn ihrer zweiten Runde. Für mich hieß es jetzt, rein in die Pedale und los den Bus holen, schließlich wollte ich ja wieder rechtzeitig zurück auf der Laufstrecke sein. Ich packte meine Sachen ein, fuhr Richtung Binnenalster und begab mich auf die Parkplatzsuche . Ich kam genau rechtzeitig um Chrissie wieder auf der Laufstrecke vor der Kennedy Brücke zu sehen. Ich feuerte sie an, und lief dann querfeldein zum für mich nächstgelegenen Bereich auf der Laufstrecke um sie dort noch einmal zu sehen. Mein Plan ging auf. Im Anschluss machte ich mich dann wieder auf dem Weg zurück zum Ziel. Jetzt hatte ich erst einmal Zeit. Wie durch einen Zufall meldeten sich jetzt auch Chrissies Freundin, und wir suchten uns einen guten Platz vor dem Zieleinlauf, um zwischen den gefühlt 30000 Zuschauern die Finisher ins Ziel zu jubeln. Vielleicht hätte Chrissie uns eher gesehen, wenn ich das Angebot von Jan angenommen hätte und die Floose Fahne geschwungen hätte. Aber auf der anderen Seite, hätte das auf meinem Rad dann doch noch unpassender ausgesehen.

Wir trafen uns mit Chrissie im Ziel, kurz darauf kamen dann die anderen Friesischen Finisher Frank, Udo und Michael ins Ziel.

Um die restlichen Zeiten noch einmal zusätzlich zu ergänzen.

Torben B. 2:28:00
Udo P. 2:32.39
Torben F. 2:33:36
Michael N. 2:43:12
Bente R. 2:43:46
Dirk P. 3:11:56

Als ich dann mit allen im Ziel stand, wäre ich in dem Moment auch gerne auf der anderen Seite gewesen. Irgendwie waren die negativen Erinnerungen, die ich an diesen Triathlon aus dem Vorjahr hatte in dem Moment wie weggeblasen. Aber auf der anderen Seite war ich froh, auch mal als Fan einen längeren Triathlon zu begleiten. Und wie gesagt, es war doch sehr stressig und anstrengend. Ich bin auf jeden Fall für die Erfahrung dankbar und weiß es umso mehr zu schätzen, welche Leistung von „unseren Unterstützen“ erbracht wird, während wir das machen, was uns Spaß macht.

Ein großes Lob an die Athleten. Und mein Dank in Form dieses Berichtes an die Unterstützer.

1 Kommentar

    • Jan S. aus L. on 25. Juli 2011 at 19:42
    • Antworten

    Hallo Dennis,

    es war mal wieder ein Genuß deinen Bericht zu lesen. Obwohl du ja gar nicht mehr die Tastatur deines Laptop beanspruchen brauchtest, da Frank ja schon einen Bericht verfasst hatte.
    Aber trotzdem: vielen Dank.

    Gruß
    Jan

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