Jul 10

Triathlon im Sand

St. Peter-Ording:

Statt „Gegen den Wind“ hieß es dieses Jahr wohl eher „Gegen die Wellen“.

183 Männer und 78 Frauen standen ehrfurchtsvoll in ihren gelben Badekappen am Start der Jedermanndistanz und ließen sich die Schwimmstrecke erklären.
Darunter auch vier Floosemitglieder.
Weit draußen sah man zwei orange und eine weiße Boje, die es zu umschimmen galt.
Das sollten insgesamt nur 500 Meter sein?
Was soll’s – einfach hinein ins Nass – aufgrund der kniehohen Wassertiefe jedoch erstmal laufend/gehend.
Sobald man in die Schwimmposition wechselte, befand man sich im Chaos der Orientierungslosigkeit.
Wo war die Boje?
Arme, Füße, Beine, Wellen, Strömung.
Warum schwimmt mir plötzlich einer quer über den Rücken?
Wieso kommt die blöde Boje nicht näher?
Schon wieder die falsche Richtung.
Schmunzelnd paddele ich weiter – Kraulzug für Kraulzug.
Endlich, nach einer Ewigkeit – die erste Boje.
Dann im viel zu großen Bogen mit ständigen Richtungsänderungen folgt auch die zweite und dritte Boje.
Jetzt nur noch zurück an den Strand.
Kraul, kraul, kraul ……..nimmt das denn nie ein Ende…….. endlich wieder Sand unter den Füßen.
Richtung Strand watend, ziehe ich die Ärmel aus dem Neo und beginne auf dem Weg in die Wechselzone mit der Aufholjagd.
Alles voller Sand – egal – einfach auf’s Rad und ab über den presslufthammermäßigen Brettersteg Richtung Straße.
Endlich Asphalt – jetzt aber Tempo!
Einen Radfahrer nach dem anderen lasse ich hinter mir.
Mit Rückenwind sind stellenweise bis zu 50 km/h drin.
Cool – ich fliege über den Asphalt und sogar einer der Kampfrichter (auf einem Quad) muss mir Platz machen, bevor ich ihn als Windschattenspender benutze.
Doch irgendwann muss man auch wieder zurück.
Und wie heißt der Triathlon noch mal?
„Gegen den Wind“ – ach ja – also runter auf den Auflieger und dem Wind keine Angriffsfläche bieten.
Als ich die Wechselzone wieder erreiche, sehe ich unseren Präsi (Ex-Rippe Hans Feddersen), der gerade auf die Laufstrecke geht.
Rad einhängen, Helm ab, barfuß mit reichlich Sand in die Laufschuhe und los.
200 Meter geht es durch tiefen Sand, bis der Untergrund endlich wieder fester wird.
Über den Deich und hinein in eine kurvige, bewaldete Dünenlandschaft mit reichlich An- und Abstiegen.
Landschaftlich ein irres Panorama!
Mir geht’s prima – nach wenigen hundert Metern finde ich in meinen Tritt.
Atmung, Puls – alles okay – also wollen wir mal Gas geben.
Ich überhole Hans, der mir noch laut hinterher ruft: „Geiles Ding!“.
100 Meter vor dem Ziel laufe ich auf den Ladelunder Thomas Schenker auf, der sofort anzieht und mithält.
Aber bei mir ist einfach nicht mehr drin.
„Dann lasse ich Ladelund mal den Vortritt“, sage ich noch und lasse ihn ziehen.
Doch kaum hat er sich fünf Meter abgesetzt, greift er sich plötzlich an den hinteren Oberschenkel.
„Jetzt aber doch noch mal“, meldet sich mein Ehrgeiz.
Finale auf der Ziellinie! Was für ein Rennen.
In der gleichen Sekunde schlagen wir unseren Chip auf den Zeitabnahmescanner.
Ich bin minimal schneller als Thomas und erreiche somit Platz 49 in der Männerwertung.
Ein wirklich toller Triathlon mit anspruchsvoller Schwimm- und Laufstrecke.
Absolut empfehlenswert!
Vielen Dank an Luigi und sein Organisationsteam!
01:22:26 Frank Lorenzen (49. Platz Gesamt Männer / 9. Platz TM-AK4)
Einzelzeiten: 00:26:43 / 00:34:29 / 00:21:13
01:25:06 Hans Feddersen (70. Platz Gesamt Männer / 3. Platz TM-S4)
Einzelzeiten: 00:21:57 / 00:37:20 / 00:25:49
01:28:40 Reiner Hanisch (95. Platz Gesamt Männer / 19. Platz TM-S2)
Einzelzeiten: 00:22:50 / 00:39:10 / 00:26:40
01:34:28 Frank Jensen (128. Platz Gesamt Männer / 12. Platz TM-S3)
Einzelzeiten: 00:26:37 / 00:39:46 / 00:28:04
Übrigens: Frank J. hatte seinen Radhelm vergessen, jetzt war Chief Feddersens Organisationsgeschick gefragt.
Kurzerhand wurde über die Moderation ein erfolgreicher Hilfegesuch ausgesprochen.
Triathleten sind eben wie eine große Famile und so konnte Frank J. doch noch rechtzeitg einchecken.
Vielen Dank für die spontane Helmverleihung!
Reiner, Frank L., Frank J. und Hans

3 Kommentare

  1. Glueckwunsch euch allen!
    Das war ja dann mal n gutes Wellentraining fuers Foerdecrossing & den Ostseeman.
    LG Steffi

    • Katja & Dirk on 10. Juli 2011 at 20:43
    • Antworten

    Herzlichen Glückwunsch..
    super gemacht…und Frank danke für diesen lustigen , aber doch realen Beitrag..super u witzig zu lesen..;o)
    LG von uns..;o)

  2. Super Bericht!! Die Schwimmerei war wirklich bemerkenswert. Ich habe mich, glaube ich, noch nie soooo orientierungslos gefühlt. und das ging vielen so!!! Es hat sehr viel Spaß gemacht, wenngleich ich es schon sehr heftig vom Veranstalter finde, 10,00 € Nachmeldegebühr zu verlangen. Obendrein wurde von der Stadt noch 6,00 € Parkgebühr und 3,00 € Kurtaxe für die Begleitperson verlangt!!
    Die Jedermanndistanz kostete schon 30,00€,

    Der Wettkampf war super!!!! Die finanzielle Seite hinterlässt aber einen bitteren Beigeschmack..

    Hans

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