Jul 23

Hamburg Triathlon 2012 „Olympische Distanz“ am 22.07.2012

Hamburg Triathlon 2012 „Olympische Distanz“ am 22.07.2012

Erbarmungslos weckt mich mein Handy um 5:00 Uhr.  Müdigkeit wird durch Aufregung ersetzt und eine Stunde später stehe ich mutterseelenallein auf der S-Bahnstation in Aumühle. 30 Minuten weiter ist am Hamburger Hauptbahnhof schon reges Treiben. In der Wechselzone treffe ich auf den ersten Nordfriesen vom LAV Husum. Dann ruft mir mein Vereinskamerad Sören plötzlich durch die Absperrung zu. Er hat seine Startnummer im Auto liegen lassen und ist auf der Suche nach Normen Eberhardt, der ihn mit nach Hamburg genommen hat. Das Gewimmel an Triathleten steigert sich. Mehrere nordfriesische Sportler haben als Kennwort „NF-Triathlon“ bei der Anmeldung hinterlegt, um so gemeinsam in einem von den zahlreichen Startblöcken zu starten. MTV Leck, TSV RW Niebüll, TSV Ladelund, TSV Langenhorn, TSV Goldebek, ich fühle mich richtig heimisch. Aber auch in den anderen Startblöcken sind viele Nordfriesen auszumachen.

Ob man wohl einen kompletten Nordfriesland-Startblock hinbekommen würde?

Die Starts beginnen im 10 Minuten Takt. Unser Block „E“ ist für 8:10 Uhr angesetzt. Auf dem Weg zum Start treffen wir einige Fans, die als Zuschauer angereist sind. Zögernd begebe ich mich zwei Minuten vor dem Start ins Wasser und reihe mich direkt hinter Bente Rathsack und Pia Hansen (MTV Leck) ein. Nach 10 Armschlägen ist von den beiden Torpedos schon nichts mehr zu sehen. Langsam finde ich meinen Rhythmus in der 17 Grad kalten Brühe. Die Sicht unter Wasser ist praktisch null. Zug um Zug geht es unter der Lombardsbrücke und kurz darauf unter der Kennedybrücke hindurch. Nach zwei Wendebojen auf der Außenalster schwimme ich wieder zurück. Kurz vor der Unterführung vom Jungfernstieg setzt sich seitlich ein Brustschwimmer neben mich und versetzt mir ein paar Tritte. Meine linke Wade verkrampft aber schnell genug wirke ich gegen an. Dann ist es geschafft. Die Zuschauer feuern mich kräftig an, als ich Richtung Wechselzone wanke. Sören Sönksen vom SV Enge-Sande steht irgendwo mit aufmunternden Worten am Rand. In meinem Startblockbereich der Wechselzone ist es schon relativ ausgedünnt, so habe ich jedenfalls Platz. Mit klackernden Schuhen geht es (das Rad schiebend) über den endlos wirkenden blauen Teppich bis zur Radstrecke. Dirk Petersen vom TSV Westerland steht zurufend am Rand und endlich kann ich in die Kurbel treten. Die Aufholjagd kann beginnen und ich überhole die erstaunlichsten Räder. Hier ist wirklich alles vertreten. Vom Klapprad über das für Hamburg typische rote DB-Leihrad bis zum absoluten Hightech-Renner. Wie krass muss es wohl gestern zur Jedermanndistanz gewesen sein. An einer Bergetappe überholt mich kurzfristig ein Mountainbike mit grobem Stollenprofil. Mit meiner Zeitfahrmaschine sehe ich für zwei Minuten total alt aus. Die Abfahrten ballere ich dafür im großen Gang hinunter, kassiere einen nach dem anderen ein und wundere mich darüber, dass viele Fahrer sich einfach nur rollen lassen. „Franky“ ertönt es irgendwo aus der Zuschauermenge und dankend hebe ich meinen Arm. Kurz vor dem zweiten Wechsel überhole ich Pia Hansen (MTV Leck) und habe damit die 10 Minuten langsamere Schwimmzeit ihr gegenüber wieder gut gemacht. Auf dem langen Weg durch die Wechselzone ertönt dann ein lauter Pfiff. Aufgebracht hält mich ein Wettkampfrichter fest. Für die letzten 10 Meter bis zum Stellplatz muss ich nochmals meinen Helm schließen. Dann bin ich auch schon auf der Laufstrecke. Sofort merke ich die Schwierigkeiten bei der Umstellung. Ich bekomme einfach keine Luft. Hängt das eventuell mit meiner Allergie zusammen? Die ersten 3 Kilometer lege ich immer wieder Gehpausen ein. Nur langsam stellt sich mein Körper um. Endlich wird es besser und mit jedem Kilometer kann ich etwas mehr Tempo machen. Dirk Pansegrau vom MTV Leck kommt mir uneinholbar ein gutes Stück vor dem Wendepunkt entgegen. Wow, ist der heute schnell! Auf dem Rückweg bin ich schließlich wieder Herr über meinen Körper. Ein bis zwei Kilometer vor dem Ziel ziehe ich an Lonzo vom TSV RW Niebüll vorbei und habe ein Déjà-vu. Das war letztes Jahr doch genau die gleiche Situation. Jubelnd erwartet uns der spektakuläre Zieleinlaufkanal. Einfach unbeschreiblich geil. Was für ein herrlicher Moment.

Am Ende der Versorgungsmeile treffen sich die Nordfriesen vom Startblock E zu einem gemeinsamen Foto. Tolle Idee!

Weitere Impressionen des Tages:

Sören Dierks checkt noch rechtzeitig ein, hat allerdings eine verkehrte Startzeit vom Veranstalter mitgeteilt bekommen. Kurzerhand wird er in Gruppe K gesteckt, wo er als einziger Blaukappenträger gut erkennbar ist. Wie ist es sonst gegangen, Sö?

Mit 2:59:13 Stunden finisht Normen Eberhardt unterhalb der 3-Stunden-Marke. Super Leistung! Wie hat Dir das Event gefallen, Normen?

Tobias Kaim hat Pech auf der Radstrecke und stürzt in einer Kurve. Er kann den Wettkampf noch erfolgreich beenden, begibt sich danach aber mit Schulterproblemen in ärztliche Behandlung. Gute Besserung Tobi!

Jan Martensen und Jan Petersen starten erst um 11:20 Uhr in Startblock X. Von Anfang an übernimmt Jan P. die Führung. Auf der Radstrecke ist Jan M. zwar etwas schneller, kommt aber nicht ganz heran. Beim Laufen baut Jan P. dann mit einer bärenstarken Zeit unter 45 Minuten den Vorsprung weiter aus. Herzlichen Glückwunsch! Toller Zweikampf!

Lars Neugebauer wurde mit seinem „Arschweh“ vermisst! Was war los?

Wer schreibt über den Vortag, wo auch viele Floosies auf der Jedermanndistanz dabei waren?

Ergebnisse des Tages:

02:35:40 Jan Petersen

02:36:04 Tobias Kaim

02:42:51 Sören Dierks

02:44:28 Jan Martensen

02:46:32 Frank Lorenzen

02:59:13 Normen Eberhardt

 

Allen Teilnehmern und den Veranstaltern hiermit ein großes Lob!

Ihr seid und bleibt einfach spitze! Weiter so!!!!!!!!!

 

 

5 Kommentare

Zum Kommentar-Formular springen

  1. Ich !

      • FLo on 23. Juli 2012 at 14:00

      Ganz ehrlich? An Dich habe ich dabei auch gedacht! Super, Coco!

  2. Broooaaach was seid Ihr gut!!! Sorry, aber am meisten bin ich über Jan erstaunt!!! Super!!!
    Glückwunsch an Euch alle!!! …………..alle unter 3 Std. ………….Granatich!!!

    Gruß Hans

  3. Super Bericht, Frank!! Interessant zu lesen, als wäre man da!!
    Gute Besserung, Toby!!

    Hans

    • Fam. Mar on 25. Juli 2012 at 12:47
    • Antworten

    Was für’n Friesenauflauf……und das an zwei Tagen!
    Tolles FriesenTriFoto….Euch allen Glückwunsch, tolle Zeiten, Vorallem Bente!
    Vielen Dank Frank für deinen tollen Bericht….das zeigt wie.die Nördlichste Triathlonszene zusammenhält!
    Macht weiter so……!

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.