Okt 20

Der Reiz einer Off-„Saison“

Gedankengut von Lars:

Normalerweise ist die Off-Season ja der Teil des Jahres, in denen der Triathlet sich von den anstrengenden Wettkämpfen des Sommers erholt und vor dem Wintertraining nochmal regeneriert und Nichts tut. Also im allgemeinen 2-3 Tage im Herbst 🙂

Was ist aber, wenn man sich mal eine komplette Saison nichts vornimmt? Darüber möchte ich berichten.

 

Nach dem ich 2007 mit dem Triathlon angefangen habe folgte nach dem Jedermann die erste Olympische (2008) und ein Jahr später die erste Mitteldistanz. 2011 war dann der Ironman fällig. Und trotz krankheitsbedingten Mega-Trainingsrückstand wollte der Kopf das unbedingt- und bekam seinen Willen. Dauerte zwar, aber das war mir völlig egal. Ich war also Ironman und hatte damit eigentlich das erreicht, was ein Normalsterblicher erreichen kann – distanzmäßig zumindest. Ein Versuch, mich 2012 nochmal zeitlich zu verbessern, scheiterte verletzungsbedingt und so war dann Ende 2012 Flasche irgendwie leer.

 

Ich fand das aber gar nicht schlimm, denn in den Jahren davor musste man immer auf irgendetwas achten: Einhalten des Trainingsplanes, Aufpassen auf die Ernährung, Einteilung der spärlichen Freizeit. Jeder Langdistanzler weiß, wovon ich rede. Und da ich Anfang 2013 sowieso einen längeren Auslandsaufenthalt in der kanadischen Kälte mit Trainingspause vor mir hatte, habe ich beschlossen, in diesem Jahr nichts zu machen. Besser gesagt: mir nicht vorzunehmen.

 

So flutschte ich völlig lässig noch Ende 2012 durch die Crossläufe, verzischte mich dann nach Kanada, und als ich im Frühling wiederkam, meldete ich mich nur aus Spaß beim ersten Triathlon in Kropp an. Ohne Training, völlig ohne Druck – einfach nur aus Spaß! Und so ging das dann weiter. Ohne das größere Ziel einer längeren Distanz vor Augen, war es Riesenspaß von einem Kurz-Triathlon zum nächsten zu tingeln. Bis auf Niebüll (Urlaub) habe ich jede Veranstaltung in der Gegend mitgemacht, am Ende waren es 9 Triathlons! Einer schöner als der nächste. Von Pellworm bis Wanderup, von Lindewitt bis auf die Hallig. Und das, obwohl ich doch eigentlich gar nichts geplant hatte.

 

Von Erfolgen zu sprechen wäre vielleicht zu viel, aber ich war zumindest das erste Mal Sieger meiner AK. Und auch sonst nicht immer ganz hinten wie bei den langen Strecken. Und es schrieb tatsächlich mal jemand in einem Bericht, dass er mich noch gerne in einem Rennen eingeholt hätte. Mich Schnecke….höhö. Danke! Die kurzen Dinger machen einfach Laune zwischendurch. Da kommt der Spaß beim Sport.

 

Und was passierte dadurch ganz automatisch am Ende der Saison jetzt? Flasche ist wieder voll. Ich hab voll Bock nochmal Lang zu machen! Und diesen Sport am besten noch mein ganzes Leben zu betreiben.

Und da tut so eine Pausen-Saison, auch wenn sie kurioserweise mit Sport gefüllt ist, echt verdammt gut.

 

Lars

 

LopesanSwimFlach

4 Kommentare

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  1. Toll geschrieben, Lars!
    Merkwürdigerweise sind meistens die Events am besten, für die man gar nicht so viel getan hat.
    Irgendeiner Bestzeit hinterher zu jagen, ist doch nur Streß!
    Sport soll schließlich Spaß machen, gell?

    Auch ich habe noch voll Bock auf den ganzen Zirkus und freue mich auf die kommende Saison mit dir!

    Gruß,
    FLo

    • Marzi on 21. Oktober 2013 at 05:50
    • Antworten

    Schön Lars……danke für diese tollen Gedanken! Dem Ganzen gibt es nichts hinzu zufügen!
    Nur dies – den Spass und die Freunde an diesem Sport ist dir jedes mal anzusehen!

    • Stephan on 22. Oktober 2013 at 18:58
    • Antworten

    Ja! Der Plan hört sich gut an! Probiere ihn mal aus!

    Danke Lars für deine weisen Worte!

    Stephan

    • Mensch on 23. Oktober 2013 at 13:29
    • Antworten

    Danke für den tollen Bericht und die Bestätigung, dass der Spass nicht zu kurz kommen sollte, oder am Besten sogar im Vordergrund stehen sollte.

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