Nov 08

Brotherproject „NF meets NY“ – New York City Marathon 2013

Bratkartoffeln zum Frühstück, Unisex-Toiletten, Martinshörner mit Blaulicht im 5 Minutentakt, Stretchlimousinen, Wolkenkratzer und 13.000 gelbe Taxis in einem Stadtteil, der niemals zur Ruhe kommt.

Manhattan

– der Nabel der Welt –

Mittendrin zwei Nordfriesen, die sich einen Lebenstraum erfüllen:

ING New York City Marathon

 Was für ein Erlebnis, und damit meine ich nicht nur den Marathon, sondern das Gesamtpaket „Big Apple“.

Diese extrem geballte Vielfalt unterschiedlichster Menschen, die vielen Unternehmungsmöglichkeiten, die gewaltigen Bauwerke……..

Bettler, Straßenkünstler, Ticketverkäufer – an Smalltalk und gute Laune mangelt es nirgends.

Schnell hat man sich auf den Puls der Stadt eingestellt und Anonymität löst sich auf in ein kulturelles Miteinander.

 

Lediglich 4,5 Tage in New York City, doch würden Fred und ich alle unsere Eindrücke und Erlebnisse in Worten niederschreiben, käme ein ganzes Buch zusammen.

Wir ließen diverse Sicherheitskontrollen über uns ergehen, machten eine Stadtrundfahrt im Bus, fuhren Subway oder Taxi, standen auf dem Dach des Rockefeller-Centers und blickten vom Empire State Building hinab.

Abends sahen wir uns die berühmte Halloween-Parade in Greenwich Village an, fuhren mit der Staten Island Ferry an der Statue of Liberty vorbei und ließen uns von den blinkenden Werbetafeln am Times Square und Broadway berieseln.

Zu Fuß erkundeten wir Downtown mit dem Finanz- und Gerichtssektor, liefen über die Brooklyn Bridge, schlenderten durch Chinatown, besuchten den Chelsea Market und standen auf der High-Line.

Die Kreditkarte glühte auf der Marathonmesse, bei Macy’s, UNIQLO, American Eagle und zahlreichen weiteren Shoppingsmöglichkeiten.

Wir aßen Steak bei Friday’s, machten unter anderem Rast im Hard Rock Cafe, bei New York Burger Co., Clark’s und Tic Toc Diner, standen ungläubig vor den teuren Wohnungsangeboten eines Maklerbüros oder bestaunten die vielen kleinen Andersartigkeiten.

Das Mahnmal „9/11 Memorial“ am „Ground Zero“ berührte uns zutiefst.

Warum kann unsere Rasse nicht einfach friedlich miteinander auskommen, wie z. B. bei einer großen Sportveranstaltung?

 

Und damit zu dem eigentlichen Anlass unserer Reise, dem New York City Marathon.

WOW – was für eine tolle Organisation!

Die Marathonmesse vom Feinsten, ohne dabei unübersichtlich zu wirken.

Eine Pastaparty wie aus dem Bilderbuch, einschließlich einer großartigen Festzeltstimmung.

Früh morgens ging es dann mit dem Bus nach Staten Island.

Gut eingepackt mit Wegwerfklamotten, überstanden wir die lange Wartezeit vor dem Start, bevor es endlich auf die Strecke ging und kurz darauf die Nationalhymne ertönte.

Dann der Startschuss, gefolgt von Frank Sinatra, der aus allen Boxen mit „New York, New York“ die Laufmassen auf die Verazzano Narrows Bridge Richtung Brooklyn schickte.

Stimmung, Gesang, Gänsehaut und auf der linken Seite die Skyline von Manhattan – IRRE!!!!!!

Massen an Publikum, Musikern oder Bands, die geräuschvoll jeden Läufer wie einen Star behandelten.

Lediglich im Stadtviertel der jüdisch orthodoxen Gemeinde verebbte diese Stimmung kurzzeitig.

Nach Brooklyn durchliefen wir Queens und wurden durch die Queensboro Bridge über den East River nach Manhattan geführt.

Unbeschreibliche Eindrücke, die man nur selbst erleben kann.

Immer wieder hielten wir an, saugten die Stimmung in uns auf, machten Foto- oder Filmaufnahmen.

Kilometer für Kilometer ging es über die First Avenue entlang der Upper East Side bis zur Willis Avenue Bridge, über die wir die Bronx betraten.

Wir scherzten mit den Police Officern, ließen uns vom Publikum feiern und hörten von überall unsere „amerikanischen“ Namen, die wir extra auf unsere Eventshirts gedruckt hatten.

Langsam machte sich die Muskulatur bemerkbar, doch unsere angeschlagenen (linken) Knie spielten tapfer mit.

Über die Madison Avenue Bridge liefen wir nach Harlem und waren damit wieder zurück auf Manhattan.

Seitenstiche bei Fred drosselten unser Tempo und wir legten eine längere Gehpause ein.

Über die 5. Avenue wurden wir jetzt Richtung Süden geführt und auf Höhe der 86. Straße ging es unter lautem Zuschauergetöse in den Central Park.

Nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel, doch statt darüber froh zu sein, wurde uns plötzlich schwermütig bewusst, dass sich dieses außergewöhnliche Lauferlebnis seinem Ende neigte.

Dann lag der Columbus Circle vor uns und wir bogen rechts ab Richtung Zielkanal.

Schilder zeigten die letzten Meter an und vor uns erhob sich das große Zielbanner.

Um uns herum ein jubelndes Publikum, tränenverschmierte Gesichter von Athleten, Gefühlsausbrüche, Jubelschreie und dann FINISH vom Brotherproject „NF meets NY“.  

 

Ein weiterer Lebenstraum hat sich erfüllt!

 

Keine Wörter können ausdrücken, wie ehrlich und groß das „Dankeschön“ gemeint ist, welches ich hiermit meiner kleinen Familie sagen möchte, die mir diesen Traum ermöglicht hat und die ich an der Strecke vermisst habe.

Denn wie immer laufen trotz der großartigsten Stimmung auch stets andere Gedanken bei mir mit.

Ich bin dankbar, dieses Leben leben zu dürfen!

Und werden Ziele erreicht, kann auch ein Tiefschlag einen Sinn bekommen.

 

Vielen Dank für alle Worte und Glückwünsche, die mich bereits auf unterschiedlichsten Wegen erreicht haben!

Ganz vielen Dank an meinen Bruder Fred, der aus meinem Traum einen gemeinsamen Traum machte!

Einfach riesig, was wir jetzt schon für tolle und nachhaltige Läufe zusammen gefinisht haben!


Frank Lo.

The New Yorker Hotel

Im New Yorker Hotel waren wir untergebracht 

Zombies

Zombies im Hotelfahrstuhl

Central Park

Blick vom Rockefeller Center auf den Central Park

The Trump Building

The Trump Building (Wallstreet)

9/11 Memorial

9/11 Memorial

Brooklyn Bridge

Auf der Brooklyn Bridge

Chinatown

Chinatown

Pasta Party

Pasta Party

Radio City

Bei Radio City ist schon Weihnacht

Vor dem Start

Vor dem Start

First Avenue

Stärkung auf der First Avenue

Willis Avenue Bridge

Willis Avenue Bridge Richtung Bronx

Finish

Finish

Empire

Auf dem Empire State Building mit Downtown als Background

Empire

Die Medaillen sind natürlich auch dabei!

7 Kommentare

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    • Marzi on 9. November 2013 at 13:36
    • Antworten

    Hammer!!!!!!!! Sprachlos…..ich lasse deine Worte einfach Wirken…..und träume!

    • Anne on 10. November 2013 at 10:14
    • Antworten

    Woooowwwww…
    Mehr kann man dazu nicht sagen.
    Herzlichen Glückwunsch zur Erfüllung deines Traumes…

    • Mensch on 10. November 2013 at 17:18
    • Antworten

    Ich freue mich mit Euch, dass Ihr diesen Traum habt wahr werden lassen.

    • bente on 11. November 2013 at 08:53
    • Antworten

    Herzlichen Glückwunsch….toller Bericht!!

    • Stephan on 14. November 2013 at 16:56
    • Antworten

    Danke für diesen tollen Bericht!

    Frank, sollte es mal schiefgehen in deinem Job. Mit den Artikeln dieses Blogs als Bewerbungsanhang findest du garantiert Arbeit als Journalist bei Sport- und Reisezeitschriften.
    Gr0ßartig!
    Schön, dass du bei uns bist!

    Stephan

      • FLo on 1. Dezember 2013 at 16:16
        Author

      Vielen Dank, Stephan!
      „Und war das jetzt der schönste Marathon?“, fragtest Du mich letztens beim Schwimmtraining, worauf ich etwas verhalten reagierte.

      Einmaliger, außergewöhnlicher, extrem empfehlenswerter und größter Marathon mit lebenslanger Nachhaltigkeit – aber schönster Marathon?

      Sorry – da hat Berlin den Vortritt, wo ich meine allerschönsten, emotionalsten und persönlichsten Marathons gelaufen bin. Dieses wird wohl keine Laufveranstaltung auf der Welt übertrumpfen können.

      Meine Leidenschaft hat mich zum Sammler werden lassen, zum Marathonsammler.
      Ich wünsche mir, noch zahlreiche Marathons finishen zu können.
      Denn jeder gelaufene Marathon ist ein besonderer Marathon.

      Einen schönen ersten Advent,
      Frank

    • Gunnar on 22. November 2013 at 18:45
    • Antworten

    MEEEEEGAAA geiler Bericht!!!!
    Vielen Dank dafür und natürlich…… HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!!!!

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