Jun 10

Bad Harzburger Bergmarathon

oder auch Bergmarathon 1.0

Kurz entschlossen haben wir uns für einen Trip über Pfingsten in den Harz entschieden und wie es der Zufall so will, findet gerade in Bad Harzburg ein Bergmarathon statt. Genau das Richtige um sich im Urlaub ein bisschen zu quälen und als kleine Vorbereitung für den Ultra Bergmarathon im September. Also angemeldet, Sportsachen eingepackt und los geht´s. Die Wettervorhersage war super, 26 Grad und Sonne satt. Die Stimmung am Veranstaltungsort war gut. Viele motivierte Läufer und Läuferinnen oftmals mit Familie, was will man mehr?

So richtig warm machen brauchte man sich nicht, waren ja schließlich schon ca. 25 Grad. Also ein bisschen hin und herlaufen und dann ab zum Start. Als der Startschuss kam, wollte ich es eigentlich langsam angehen lassen. Aber wie das so ist, wenn sich alle in Bewegung setzen, will man ja nicht hinterher trotten. Also hab ich mich eingereiht und bin zügig (sofern man das sagen kann) mitgelaufen. Die ersten ca. 10km sollte es stetig Bergauf gehen und danach dann fast nur noch runter. Also immer schön gleichmäßig hinter den anderen her und möglichst nicht so oft überholen lassen. Puuuhhh das ist aber echt heiß heute…. ein kurzer Blick auf die Stoppuhr sagt mir, dass ich bisher ca 5km hinter mich gebracht haben dürfte (ja, Stoppuhr! Kein GPS oder sonstiges). Na dann ist ja zumindest die erste Hälfte des Anstiegs geschafft, dachte ich. Dann kam das erste Schild am Baum: Halbmarathon 3km! Oha…

Ab KM 4 musste ich mich schon ab und zu an meiner Wettkampfverpflegung vergreifen, da ich sonst vermutlich aus den Latschen gekippt wäre. Als Verpflegung hatte ich ein kleine Flasche Kokoswasser und ein „selfmade“ Energiegel dabei. Das Kokoswasser schmeckt übrigens kalt definitiv besser als warm, hat aber seinen Zweck erfüllt und das süße Gel runtergespült.

Bis ca. KM 5 oder 6 bin ich mit der schnellsten Frau gelaufen und ihr den Spitznamen Bergziege verpasst, dann musste ich sie erstmal ziehen lassen. Ich war immer wieder erstaunt von den Schildern mit der Streckenlänge. Hochgerechnet würde ich weit über 2 Std. unterwegs sein! Naja, runter geht´s bestimmt schneller.

Ab KM8 haben sich meine Achillessehnen gemeldet, die weder das dauernde Laufen auf dem Vorfuß, noch die leicht schrägen Wege gewohnt sind. Außerdem hab ich hin und wieder leichte Seitenstiche bekommen von den Tempowechseln aufgrund der Steigungen und den flacheren Passagen (Intervalltraining lässt grüßen).

Als die erste Hälfte dann geschafft war, war das echt ein tolles Gefühl. Runter wird´s schon irgendwie gehen und eigentlich hab ich mich noch ganz gut gefühlt.

Nach ca. 14 Kilometern hab ich sie dann wieder gesehen, die Bergziege. Runter war ich also nicht so schlecht unterwegs. Ein paar hundert Meter weiter war ich vorbei. Allerdings wurde ich auch noch von einigen überholt. Runter kann man also auch trainieren.

Bei KM16 hab ich angefangen zu rechnen. Kann ich unter 1:50 kommen? Ab wann will ich noch mal richtig GAS geben? 2 Kilometer weiter hatte ich dann aber auch schon andere Gedanken. Wie lange ist denn noch? Weiterlaufen, nicht gehen…. Platzierung? Egal!

Im Ziel angekommen war ich echt kaputt und als der Helfer gefühlte 5 Min gebraucht hat die Medaillen auseinander zu bekommen, musste ich ihn kurz stehen lassen und erstmal ein bisschen gehen. Das Erdinger Alkoholfrei war der Himmel auf Erden.

Alles in allem eine ordentliche kleine Generalprobe. Ob hoch oder runter mehr weh tut kann ich gar nicht genau sagen. Hoch war schon echt anstrengend, vor allem bei den Temperaturen. Sobald es nur noch leicht bergauf ging, hatte man fast das Gefühl runter zu laufen. Runter geht dann aber auch ordentlich in die Beine. Der Blick ins Tal und ab und zu auf den Brocken hat aber für alles entschädigt. Pro Berglauf !!!

Endzeit 1:52:31 Platz 31/145 AK4

Falls es interessiert:
Auf der Halbmarathon-Strecke siegte bei den Herren Andreas Gerrits (LG Göttingen) in 1:29:10 vor Lars Fricke (LT SC Bad Münder/1:35:24) und Frank Balzer (VfB Fallersleben/1:37:18). Bei den Damen trug sich Erika Staebe (LC BlueLiner) in 1:53:50 in die Siegerliste ein. Zweite wurde in 1:57:16 ihre Vereinskameradin Daniela Albrecht vor der Vorjahressiegerin Marina Fey (MTV Braunschweig/1:57:54).

VG,
Thorsten

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5 Kommentare

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  1. HALLO…. Was geht denn hier ab! Ein tolles Event jagt das Nächste…..nicht nur das wir viele tolle Sportler bei vielen tollen Events haben, nein…auch so tolle Schreiber trauen sich jetzt hier zu berichten…..Wow!
    Danke dafür!

    Was für ne Herausforderung, Thorsten…..und super Ergbnis….Glückwunsch!
    Das wäre ja mal was für die Floosies Gesellschaft!

    LG Marzi

  2. Schöner Bericht, geiles Ergebnis!!! Nochmal Glückwunsch, Thorsten!!!

    Respekt!!!

    Gruß Hans

  3. Vielen Dank für den tollen Bericht und herzlichen Glückwunsch, Thorsten!
    Zu so einer Berglauf-Veranstaltung hätte ich echt Lust.
    Wir Flachländer brauchen halt auch mal Abwechslung.
    Weiter so!

    • Thorsten on 11. Juni 2014 at 07:48
    • Antworten

    Danke, danke… Teil 2.0 folgt dann im September. Hoffentlich ähnlich erfolgreich. :o)
    @Flo: 2016 machen wir dann den Transalpine Run zusammen.

  4. Um es mit den Worten eines Triathlonkollegen zu sagen: In Nordfriesland haben wir Deiche, da habe ich trainiert…..
    Wie wäre es mit einem Trainingslager in Dagebüll. Hihihi

    Ne im Ernst, toller Bericht und tolle Leistung. Chapeau!!!

    Ich freu mich schon auf den Bericht zu 2.0

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