Aug 19

Two weeks after OM

Kurz vor dem Start

Die wunden Stellen, die Blasen und der Sonnenbrand sind längst verheilt.

Das Lauftraining ist wieder aufgenommen und mit einem lockeren Lauf über die Halbmarathondistanz hat gestern die Vorbereitung für mein nächstes Ziel (Berlin Marathon) begonnen.

Mittlerweile sind so viele andere Dinge passiert, dass es mir viel länger vorkommt.

Ob Lindewitt-Triathlon oder die vielen, schönen Urlaubserlebnisse.

Doch in Wirklichkeit ist der Ostseeman gerade erst 16 Tage her.

Ich gucke die Ergebnislisten durch, schaue mir die Fotos an und ein intensives Gefühl der Ergriffenheit breitet sich in mir aus.

Stolz, Bewunderung, Freude, Glück, Zufriedenheit aber aber auch eine gewisse Traurigkeit und Bedauern für die Sportler, die doch nicht antreten konnten oder die es nicht ins Ziel schafften.

Von der ersten Sekunde an spulte ich einen Wettkampf ab, der viel besser als erwartet endete.

Ein gigantischer Tag, an dem von der Laufradsatzwahl bis zur Verpflegung einfach alles gepasst hat.

Ich habe es tatsächlich noch einmal gemacht.

3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und 42,195 Kilometer Laufen.

Jede Disziplin für sich alleine schon eine hohe Herausforderung.

Zusammengesetzt ist es die klassische Langdistanz – die Königsdiziplin im Triathlonsport.

Radstrecke OM

Kurz vor dem Start: Die extreme Aufregung ist unfassbar dicht an der Hemmschwelle, Kommunikation kaum noch möglich.
Angstgefühle breiten sich aus, zumal das Schwimmtraining und der Ernährungsplan vollkommen vernachlässigt wurden.
Nationalhymnen – Pulsschlag – Gänsehaut – Adrenalin
Quallen kreuzen den Kurs und sorgen für optische Ablenkung.
Die Radstrecke wird aufgrund des einsetzenden Regens später zum regelrechten Fiasko.
Rutschige Straßen, schlecht greifende Bremsen, scharfe Kurven und an jeder Ecke stehen Radfahrer, die ihre Pannen beheben.
Der zudem anspruchsvoller gewordene Radkurs zehrt an den Kräften.
Auf der Laufstrecke ist die Sonne wieder da und sticht erbarmungslos vom Himmel.
Schweiß – Schmerzen – Übelkeit – Hitze.
Runde für Runde wird abgespult, unermüdlich vom Publikum angetrieben.
Gesichter – Zurufe – Rasseln – Tröten – Cheerleader – Schilder – Fotoapparate.
Nur langsam verrinnt der Tag – Sekunde um Sekunde, Minute um Minute, Stunde um Stunde von Verpflegungspunkt zu Verpflegungspunkt.
Grenzerfahrung – Freunde – Familie – Gedanken – Emotionen.
Irgendwann ist sie dann da, die lang ersehnte Abschiedsrunde.
Zum letzten mal vorbei an den vielen treuen Fans „Tschüss und vielen Dank – ich hab’s geschafft – ihr ward spitze!“
Die Zielline kommt in Sicht und dann ist er da, der Moment für den man diese Strapazen auf sich genommen hat.
Endorphine schießen in den Körper.
Die absolute Dröhnung – ein Drogenrausch aus reinem Glück.
Exakt eine Stunde schneller als bei meiner Premiere vor zwei Jahren.
11:45 Stunden Gesamt: 1:36 Stunden (Schwimmen) + 5:40 Stunden (Rad) + 4:20 Stunden (Laufen) + Wechselzonenzeiten
Einfach nur geil!!!!!!!!!!!!!!!!!

Marathon

Im Ziel

Herzlichen Glückwunsch an alle Finisher, ob als Einzelstarter oder als Staffel.

Besonders den Debütanten, die sich für ihr erstes Mal diesen anspruchsvollen Kurs ausgesucht haben.

Vor allem möchte ich Thomas Leuschner gratulieren, der zu Gunsten der Hugo Tempelman Stiftung mit seiner Langdistanzpremiere vielen Kindern eine bessere Zukunft verschaffen wird.

Vielen Dank an alle Zuschauer, Unterstützer, Helfer und an das gesamte Ostseemanteam!

Ein ganz besonderer Dank geht von mir an:

– Ellen Lorenzen, die immer dort zur Stelle war, wo ich sie brauchte, mir im Ziel die Medaille umhängte und die tollste Frau der Welt ist.

– meinen Sohn Hendrik Lorenzen, der mehrmals an der Strecke stand, mit mir gemeinsam ins Ziel lief und meinem Leben den denkbar schönsten Sinn gibt.

sowie an:

Sandra Sievers, die mir zwei Tage zuvor noch ein hilfreiches Tape geklebt hat.

Stephan Lobsien, der kurz vor dem Start noch etwas Wasser für mich hatte.

Bernhard Vogel, der mich auf jeder Radrunde abklatschte und stets einen lockeren Spruch fand.

Jan Sievers, der mich mit einer Salztablette versorgte und somit meine letzte Laufrunde rettete.

– meine Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen, die extra für mich an die Strecke gekommen sind.

Marzi und Melle für die tollen Bilder.

Steffi Neu für das Finisherfoto.

die Floose, den TSV Goldebek, die befreundeten Vereine und die nördlichste Triathlonszene Deutschlands.
alle Gratulanten.

– alle Personen, die mich inspiriert haben und als Vorbild galten.

Nächstes Jahr bin ich bereits als Staffelläufer gemeldet aber alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei.

Somit war es noch nicht mein letzter Einzelstart in Glücksburg!

Liebe Grüße,

FLo

3 Kommentare

    • Ellen Lo. on 20. August 2014 at 10:49
    • Antworten

    Einen „Herzlichen Glückwunsch“ nochmals an alle Einzel- und Staffelstarter
    und „Vielen Dank“ für ein wunderschönes Wochenende in bester Gesellschaft.

    Die Wochen vor Frank seinem zweiten Einzelstart waren ganz anders als vor 2 Jahren:
    Frank nahm alles seeeehr locker (was mir „eigentlich“ ganz gut gefiel).
    Aber!!!!
    Sein letztes Schwimmtraining lag Monate zurück … gegessen wird, wonach gelüstet … und ab und zu ein Schlückchen in Ehren … 😉

    Als es dann am 03.08.2014 runter an die Promenade ging – hatte nicht nur Frank Herzklopfen.

    Lieber Frank,
    ich war so froh, dass du den Schwimmpart gut überstanden hattest und fiel echt aus allen Wolken,
    dass du bei deinem Trainingsrückstand eine neue Bestzeit abliefern konntest. (Ich schüttel beim Schreiben mal wieder ungläubig den Kopf hin und her. ;))

    Ich reichte dir den Beutel, begleitete dich ins Wechselzelt … und schon ging’s ab auf’s Rad.

    Meine Sorgen wurden nicht kleiner.

    Einen Wettkampf auf regennasser Straße zu fahren – das ist nicht ungefährlich.
    Unzählige Radfahrer hatten unzählige „Reifenpannen“ und leider auch einige Stürze.
    Ich vertraute auf deine Erfahrung und war total erleichtert, als du gesund und fröhlich in die Wechselzone kamst.

    Wieder durfte ich dir den Beutel reichen und „dich auf die Laufstrecke schicken“.

    Ich wusste, dass jetzt „dein Spaß beginnt“. 🙂
    Laufen ist deine Leidenschaft … die manchmal auch Leiden schafft (vorletzte Runde).
    Runde um Runde kamst du mit einem strahlenden Lächeln bei uns vorbei und deine Rundenzeiten sagten mir: DAT WARD WAT! 🙂

    Auf den letzten Metern wurdest du von Hendrik ins Ziel begleitet und noch bevor du die Medaille bekamst, ging mein Blick zur Uhr:
    Eine ganze Stunde schneller als 2012: WAAAHNSINN!!!
    Damit hatten wir nicht gerechnet.

    Und was sagt mir das:
    Man soll trotz eines Wettkampfes sein Leben (und den Wettkampf) genießen.
    … einfach auf seinen Körper hören.
    … wenn es sein muss, Gas geben oder auch mal Tempo rausnehmen.
    Wichtig ist, dass man Spaß an der ganzen Sache hat, einen klaren Kopf behält und das Ziel nicht aus den Augen verliert!

    Ich bin immer wieder tief beeindruckt, wie du (und viele andere) das schaffst.

    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!! Wir sind sooooo stolz auf dich!!!
    (… und freuen uns, dass du im nächsten Jahr „nur“ Staffelstarter bist!) 🙂

    DANKE, dass es DICH gibt.
    DANKE, dass es UNS gibt.
    DANKE, dass WIR diesen Sport LEBEN dürfen.

    • Mensch on 20. August 2014 at 12:31
    • Antworten

    schnief!!!!!
    Hat mal jemand ein Taschentuch?!?!
    Boa, ihr Beiden schafft mich!!!
    Wie schön ihr das immer in die Tastatur haut!?
    Danke, bin mal kurz wieder in Glücksburg gewesen!
    Drück euch Sandra

    • team deter on 20. August 2014 at 16:14
    • Antworten

    Ds habt ihr BEIDE ziemlich TOLL gemacht!

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