Jun 15

Fyen rundt 2015

Kein Hahn kräht um 2:00 Uhr in Dänemark Odense.
Eine überschaubare Ansammlung bekloppter Nordfriesen kriecht von den Matratzen und bewaffnet sich mit Rädern. Lichter angeklippt, Flaschen gefüllt, Luft gepumpt.
Dann noch einen leckeren Kaffee von Ocke und ein schwarzes Bild. Für den Blitz war keine Zeit, Ocke will wieder schlafen.
Hansi im Ockefloosetrikot, Jutta, Peter und Christa ziehen zum Start. Hier finden sich ca. 50 Starter ein, um 3:30 erster Start, 333 km.
Licht ist Pflicht, zumindest bis 4:36.
Es regnet und es ist dunkel, einfach bekloppt.
Der Trupp wird gemeinsam aus dem Ort geleitet, man geht sicher, das alle Bekloppten aus der Stadt sind.
Dann wird s noch dunkler und nicht ungefährlicher, enge Fahrradwege, Baustellen und schlechte Sicht.
Der erste Unfall lässt nicht lange warten: Ein Rennrad steht auf dem Lenker, der nächste Crash reißt gleich einige mehr vom Rad – ohne Folgen.
Alle (!) warten kurz, Männer nutzen die Pause, dann geht s gemeinsam weiter.
Den gebuchten Schnitt (24) fährt hier keiner, wir sind bei konstant mind. 30 km/h.
Plötzlich ist meine Brille weg. Bevor ich überlege, sie zu holen, denn dann sind wir „raus“, macht Peter kehrt.
Er sammelt sie ein und bringt uns in einem Wahnsinnstempo wieder zur Gruppe zurück. Irre der Kerl heute.
Was der Zimmermann da so herauszimmert, ist unglaulich – bei einer bisherigen Jahresleistung von ca. 400 km (!), die heute fast verdoppelt wird.
Nach ca. 85 km gibt es in Middelfart Frühstück.
Wir starten wieder in einer kleinen Gruppe, aber nach kurzem ist Jutta platt, km 95.
Jetzt sind wir auf uns gestellt, macht nix, ist ja nicht mehr weit.
Zum Mittagessen um 11:15 haben wir bereits über 200km auf m Tacho!!
Dann wird es langsam ungemütlicher. Der Körper ist erwacht und meldet sich, nicht nur angenehm.
Nach ca. 250 grüßt uns auch der Wind nur noch von vorne. Kein Abzweiger ans Wasser wird uns erspart.
Wir beissen – nicht nur Riegel.
Nach einer Sonderpause mit Massage für besonders harte Zimmerleute, zieht dieser nochmal durch.
Jetzt will jeder meine Massage!
Nach 300 km sind wir alle alle und haben einfach keinen Bock mehr.
Nur noch Wind, der Kilometerzähler steht – es reicht.
Warum man das tut, weiß keiner. Die Insel ist so schön, das man nicht an einem Tag herum muss.                         Hansi jammert kaum und kurbelt den ganzen Tag kontinuierlich. Peter geht für den Rest  in meinen Windschatten, Odense in Sicht, wir fahren in Viererreihe ein.

Im Ziel hilft wie immer die Medaille gegen den Schmerz.

Elli und Ocke sind bereits längst von ihrer 110km Runde zurück.
Es gibt leckere Hamburger und Bier. Vermisst haben wir lediglich Börni s Stimme durch s Mikro und Marzi irgendwo hinter m Busch. Vielen Dank an meine Wegbegleiter, trotz Höchstleistung waren wir immer eins.

Das Leben ist kein Ponyhof – aber schön.

Anhang 1-3

Anhang 2

Anhang 1-3

4 Kommentare

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  1. Bekloppt – Respekt – Bekloppt – beeindruckend – Bekloppt – Verrückt ……. Floose,

    Ihr seid echt der Wahnsinn……ein Erlebnis das euch niemand nimmt und ihr noch lange erzählen werdet…toll!
    Herzlichen Glückwunsch

  2. Wie bekloppt muss man sein um so etwas durchzuziehen?
    Meine Hochachtung vor Euch, dass ihr diese Tour gefinished habt.

    Herzlichen Glückwunsch

  3. Der Kaffee wars (Ocke)

    War eine tolle Erfahrung mit einem Super Team. Mir tut der Hintern immer noch weh Muß zur Arbeit im stehen fahren
    Bin gespannt auf nächstes Jahr (Norwegen)

  4. Toller Bericht, Christa!
    Solche Erlebnisse prägen das Leben.
    Ich finde es immer wieder spannend, zu welchen Leistungen man fähig ist.
    Man muss die Dinge einfach nur machen!

    Glückwunsch!!!!!!

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