«

»

Sep 30

Berlin Marathon

IMG_5621
Marathonfeeling im Floose-Outfit
Die Sonne scheint, das Brandenburger Tor im Rücken und vor uns der Startbogen sowie die Siegessäule.
IMG_5608[1]
Gemeinsam mit meinem Bruder Fred vom SZ Arlewatt stehe ich im Startblock E, mittendrin im Getümmel von über 40.000 Teilnehmern.
Auch bei meinem zehnten Mal ist der Berlin Marathon immer noch ein aufregendes Spektakel.
Direkt neben uns befindet sich eine Fernsehbühne von Sport live, wo Uta Pippig und Lisa Hahner gerade ein Interview geben.
IMG_5610
Ich denke an meine Ellen, die gemeinsam mit Steffi Neu (Trivelos Flensburg) und Peter Ocke Petersen (TSV RW Niebüll) weit hinter mir in Startblock H wartet.
Neben Stefanie Böckenholt (SV Enge-Sande), Mark Ziriakus (TSV Ladelund), Judith Hansen (1. Flensburger LT), Jan Petersen (TSV Goldebek), Dirk Loesmann (Bruhn & Thomsen) und Friedrich Doser (Motorradtechnik Wilhelmsen) sind viele weitere Starter aus unserer nördlichsten, deutschen Ausdauersportszene in Berlin vertreten.
Auch Monika Schulze (TSV Ladelund) befindet sich irgendwo unter den Teilnehmern, um (unglaublich aber wahr) ihren 100. Marathon zu absolvieren.
Ob ich das wohl auch einmal erreichen werde?
Finishe ich heute, ist es immerhin schon mein 29. Marathon.
Werner Jochimsen (Trivelos Flensburg) ist genauso wie ich zum zehnten Mal in Berlin am Start.
Auch er hat bereits fast 60 Marathons Erfahrung in den Beinen.
Wenn alles gut geht, werden wir beide noch heute in den Jubilee-Club aufgenommen.
Ein Ziel, von dem ich schon viele Jahre lang träume.
Über die Lautsprecher werden alle Favoriten vorgestellt.
Dann ist es soweit.
Die Startballons steigen in die Höhe, während die Masse langsam in Bewegung kommt.
Nach der Startlinie wünsche ich meinem Bruder alles Gute, um mein eigenes Tempo aufzunehmen.
Wenig später entdecke ich zwischen den vielen Laufschuhen einen 20,- Euro Schein.
Kurz gebückt, schon bin ich etwas reicher.
So bringt Marathonlaufen noch mehr Spaß!
Vorbei geht es am Charlottenburger Tor, am Gefängnis in Moabit und schließlich am Hauptbahnhof vorbei ins Regierungsviertel.
Eine Sightseeingtour der Extraklasse, die mich jedesmal wieder begeistert!
Ich lasse das Bundeskanzleramt und den Bundestag hinter mir, bevor es auf den Friedrichstadtpalast zugeht.
Im großen Bogen geht es um den Alexanderplatz herum, dessen Skyline vom Fernsehturm überragt wird.
Ein Highlight jagt das Nächste und ich genieße jeden Kilometer.
Bei Kilometer 14 steht meine Schwägerin Sabine mit Enna und meinem Patenkind Lara an der Strecke.
Für eine kurze Begrüßung muss Zeit sein, doch schnell eile ich weiter.
Bei der Halbmarathonmarke blicke ich auf die Bruttozeituhr.
1:40:00 Stunden – sollte ich also nicht mehr großartig einbrechen, dürfte mein gestecktes Ziel (erstmalig in Berlin unter 3:30 zu bleiben) gelingen.
Weiter geht es von Band zu Band, von Verpflegungspunkt zu Verpflegungspunkt.
Bis zu Kilometer 27 nehme ich lediglich Flüssigkeit zu mir, decke mich dann aber an der PowerBar-Allee mit einigen Gels ein.
Wie praktisch, dass meine neue Trailhose über eine dehnbare Beintasche verfügt, die problemlos alles aufnimmt ohne mich zu behindern.
Das gute Stück, welches Ellen und ich uns beide erst vorgestern auf der Messe gegönnt haben, ist somit auch perfekt für Marathons geeignet.
Zufällig haben wir für heute auch beide das gleiche Oberteil für diesen Lauf gewählt, nämlich unser schwarzes Floose-Laufshirt.
Ab Kilometer 30 zähle ich runter.
12, 11, 10, 9 Kilometer bis zum Ziel und ab auf den Ku’damm.
Die Beine werden schwerer aber es sind ja nur noch wenige Kilometer.
Ich passiere die Gedächtniskirche und das KaDeWe.
Bis zum Potsdamer Platz ist es ein zähes Stück.
Wie oft stand hier meine Familie, um mich anzufeuern.
In Trance laufe ich an der tobenden Zuschauermenge vorbei und wandere in Gedanken zu Ellen.
Wie es ihr wohl gerade geht?
Welchen Kilometerpunkt sie wohl gerade passiert?
Kilometerpunkt 39 taucht vor mir auf.
Nur noch drei Kilometer und ich habe noch etwas Reserve, um das Tempo ganz leicht zu erhöhen.
2 Kilometer, Französische Straße, 1 Kilometer, noch 2 x abbiegen und dann ist er da.
Dieser einzigartige Moment, für den ich immer wieder nach Berlin kommen werde.
Unter den Linden platzen die Emotionen meiner (unser) gesamten Berlin-Marathon-Story hervor.
Während das Brandenburger Tor immer größer wird, versuche ich den Kloß im Hals unter Kontrolle zu bringen.
Kaum habe ich das Wahrzeichen Berlins passiert, fängt mein Körper an die puren Glücksgefühle auszuschütten.
Alles kribbelt und ich schwebe über den Asphalt.
Jubelnde Menschenmassen auf beiden Seiten.
Ein Traum ist in Erfüllung gegangen!
Mein zehnter Finish in Berlin!
Wie geil – ich bin im Jubilee-Club!
IMG_5624
Stolz nehme ich meine Medaille entgegen, schnappe mir eine Warmhaltefolie und suche mir eine kurze Sitzgelegenheit.
Dank der genialen BMW-Berlin-Marathon-App kann ich exakt verfolgen, wie es bei Ellen und meinen Lauffreunden aussieht.
Sogar die voraussichtliche Zielankunftszeit wird vorgegeben.
Technik, die begeistert!
Und meine eigene Nettozeit?
3:13:26 und damit sogar 9 Sekunden schneller als beim Ostseeman in Glücksburg.
Eine neue Bestzeit zu meinem Berliner Jubiläum?
Geil – geil – geil!
Nach seinem Zieleinlauf treffe ich meinen ebenso glücklichen Bruder, der trotz Probleme noch unter 4 Stunden bleiben konnte.
Direkt gegenüber dem Hotel Adlon ergattere ich einen Platz an der Laufstrecke.
Wenige Minuten später kommt eine strahlende Ellen im Läuferstrom entlang, klatscht mich ab, um ebenfalls mit einer neuen Bestzeit ins Ziel zu laufen.
Es ist ihr dritter Marathon und nach unserem „Lauf ins Leben“ (vor 5 Jahren) ihr zweiter Finisch in Berlin.
Ich bin so unglaublich stolz auf meine Frau.
Vor der Großleinwandbühne auf dem Platz der Republik fallen wir uns in die Arme.
Es ist der perfekte Tag.
IMG_5638
Etwas später betrete ich mit meinem neuen Jubille-Club-Shirt, allen zehn Medaillen und meiner ganz persönlichen, zukünftigen Startnummer 3721 die Bühne.
Der Begründer des Berlin Marathons (Horst Milde) schüttelt mir die Hand.
Jedes neue Jubilee-Mitglied wird separat auf der Bühne geehrt und ich muss erklären, wo genau Joldelund liegt.
„In Nordfriesland haben wir auch tolle Marathons, allerdings ist dort doch etwas weniger los“, scherze ich ins Mikro.
Auch Werner Jochimsen betritt kurz darauf die Bühne und nimmt seine Ehrung entgegen.
Momente, von denen wir noch lange erzählen und zehren werden.
IMG_5646
Vielen Dank Berlin!
Vielen Dank Ellen!
Vielen Dank an Steffi, Peter Ocke, Fred, Sabine, Lara, Enna und Markus für dieses tolle Wochenende!
Vielen Dank an den Rest der Welt!
 –
Herzlichen Glückwunsch an alle Finisher!
 –
Hier nur ein paar Ergebnisse aus unserer Szene:
3:13:26 Frank Lorenzen (TSV Goldebek)
3:18:37 Friedrich Doser (Motorradtechnik Oeversee)
3:38:50 Jan Petersen (TSV Goldebek)
3:48:39 Marc Ziriakus (TSV Ladelund)
3:50:33 Monika Schulze (TSV Ladelund) 100. Marathon!
3:50:53 Judith Hansen (1. Flensburger LT)
3:54:35 Werner Jochimsen (Trivelos Flensburg)
3:57:33 Fred Lorenzen (SZ Arlewatt)
4:00:33 Stefan Zaers (SV Enge-Sande)
4:34:52 Peter Ocke Petersen (TSV RW Niebüll)
4:37:30 Stefanie Böckenholt (SV Enge-Sande)
4:37:30 Dirk Loesmann (Bruhn & Thomsen)
4:47:16 Ellen Lorenzen (TSV Goldebek)
6:22:21 Stefanie Neu (Trivelos)
 –
Und viele weitere aus unserem hohen Norden sind auch dabei gewesen!
Alle Ergebnisse, Urkunden und Zwischenzeiten unter:
IMG_5659
IMG_5676

3 Kommentare

  1. "Ei"ke

    Gänsehaut Pur! 🙂

  2. team deter

    Ihr seid irre (und) toll!!

  3. Marzi

    Wahnsinn…….ganz toll…..Respekt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>