Sep 11

Amboss-Rennen mit Joey Kelly

Die dritte Auflage der nordfriesischen Hindernis-Challenge wird durch eine Benefiz-Veranstaltung mit der Sport- und Musiklegende bereichert

risum-Lindholm Authentisch, kernig, hart aber auch mit einem hohen Spaßfaktor: Das Amboss-Rennen ist ein außergewöhnlicher Wettkampf für besondere Friesen. Die dritte Auflage des herausfordernden Hindernis-Rennens mit reichlich Friesen-Kolorit findet am Sonnabend, 7. Oktober, im Helmut Hennig Stadion in Risum-Lindholm statt. Noch können sich Vierer-Teams dazu anmelden. Noch gibt es auch Karten für ein besonderes Highlight. Erstmals wird das Amboss-Event auf zwei Tage ausgedehnt und bietet eine Benefiz-Veranstaltung. Und diese bringt am Vorabend, am 6. Oktober, nicht nur für Sportler einen Weltstar nach Südtondern. Extrem-Sportler Joey Kelly von der legendären Kelly Family, die gerade ein großes Comeback feiert, will am 6. Oktober ab 19 Uhr die Zuhörer in der Niebüller Stadthalle mit seinem Vortrag „No Limits“ – wie schaffe ich mein Ziel“ faszinieren und motivieren.

„Und das wird ihm gelingen“, sagt Bernhard Vogel, erneut ehrenamtlicher Organisator des Amboss-Rennens. Der bekannte Moderator zahlreicher Triathlon-Top-Events – darunter des Ostseeman in Glücksburg – kommt selbst aus der Ultra-Triathlon-Szene. „Daher kenne ich Joey, ich freue mich sehr, dass er kommt“, sagt Vogel. Sind Sportler, die für Triathlons über die drei- oder vierfache Ironman-Distanz über mehrere Tage bis an ihre Grenzen gehen, nicht Verrückte? „Keinesfalls, das sind meist ganz bodenständige, freundliche Typen, die mich faszinieren, fast ausschließlich Amateure, eine große Familie – für sie organisiere und moderiere ich Sport-Events“, sagt Vogel.

Die Fitness von Langdistanz-Triathleten ist beim Amboss Rennen aber nicht gefordert. „Es geht vor allem um Einsatz, Geschicklichkeit und Teamgeist, denn die Zeit wird erst dann gestoppt, wenn der Letzter jeder Vierergruppe das Ziel erreicht hat“, erläutert Bernhard Vogel, der das Amboss-Rennen auch deswegen ’erfunden’ hat, damit es einen guten Ersatz für den ausgelaufenen Herrenkoog-Triathlon gibt. „Und auch eine tolle Outdoor-Veranstaltung Anfang Oktober, wo draußen sonst nichts mehr los ist. Ich hoffe auf viele Zuschauer“, sagt der Experte.

Am 7. Oktober geht es aber nicht nur um Sport, es geht auch um die Verbundenheit zur Heimat, zu besonderen Persönlichkeiten und Ereignissen. „Und zwar mit Blick auf den ganzen Kreis. Ich will weg von diesem Kirchtumdenken – das Amboss Rennen ist für alle Nordfriesen gemacht, alle Nordfriesen sind willkommen“, betont Vogel.

Für die Teams gilt es, einen zwei Kilometer langen Kurs drei Mal zu umrunden. Die Hindernisse haben es dabei in sich. Die größte Herausforderung dabei dürfte die Friesenhölle sein, ein Hindernis mit Feuertonnen und in die Höhe geschichteten Baumstämmen. Anspruchsvoll, aber nicht gefährlich ist der ausgearbeitete Parcours, der über mehrere Tage aufgebaut wird. „Dieser wird komplett vom Ordnungsamt begutachtet und abgenommen“, sagt Vogel.

Die Grote Mandränke ist ein Schlammloch, das durchquert werden muss – sauber bleiben die Outfits der Teilnehmer also ganz sicher nicht. Das Hindernis des Schimmelreiters wird aus Strohballen aufgebaut. Auch Pidder Lüng (ein Graben) und Rungholt (eine Stiege) sind schon ein wenig fies ausgetüftelte Stationen des Amboss Rennens gewidmet – eben keinen Ponyhof, es wird gekrochen, gerobbt und geklettert werden müssen. Für weitere nordfriesische Noten sorgen mehrere Vereine und mit Frerk, dem Friesenschmied, auch das Maskottchen der Veranstaltung.

Was hält Joey Kelly von diesem Rennen? „Eine super Idee, schon für besondere Menschen, die am und mit dem Meer leben“, sagt der Extrem-Sportler, der in der Stadthalle schon ab 18 Uhr Autogramme geben und mit den Menschen ins Gespräch kommen möchte.

Wie sich auch unerreichbar scheinende Ziele zu schaffen sind – das weiß Joey Kelley genau. Der Mann, der nie aufgibt, hat unter anderem 30 Ultramarathons, neun Wüstenläufe, drei Mal das Rad Rennen „Race Across America“ und auch schon mal acht Ironmans in einem Jahr absolviert. In 18 Tagen durchquerte er Deutschland zu Fuß und ernährte sich dabei nur von dem, was ihm die Natur bot. Die Einnahmen seines Vortrags sind für das Haus KoMeT in Niebüll bestimmt, in dem erfolgreich und respektvoll mit Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen gearbeitet wird.

Woher stammt eigentlich der Name Amboss? „Ein persönlicher Hintergrund, in meiner Familie gibt es schon seit vielen Generationen Schmiede“, sagt Bernhard Vogel. Der Name passe aber auch inhaltlich zur Veranstaltung, schließlich gehe es um kernige Typen, eisenharte Frauen und Männer.

240 Athleten, also 60 Teams haben sich bisher angemeldet. Um 12 Uhr wird das Rennen mit den Firmen-Teams eröffnet, im Stundentakt gefolgt von der Landjugend, den Trägern öffentlicher Belange wie Feuerwehr, Polizei oder THW, den Gäste-Staffeln, den Damen-Staffeln und um 17 Uhr den Teams der Sportvereine. Unter Letztgenannten finden sich schon etliche Cracks. „Da geht die Post richtig ab, diese Teams absolvieren als einzige vier Runden“, sagt Bernhard Vogel. Dabei sein können alle, die sich bis zum 29. September anmelden, und zwar über die Homepage www.amboss-rennen.de. Alle, die ins Ziel kommen, werden nach dem Rennen ab 18.45 bei der Siegerehrung groß gefeiert.

 

Text – SHZ Anja Werner

 

Karten für den Vortrag von Joey Kelly am 6. Oktober, 19 Uhr, Niebüller Stadthalle, gibt es in der Niebüller Bücherstube Leu.

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